Realgymnasium für Kultur und Ökonomie

Schulversuch (Antrag) gem. § 7 SchOG (Kurzfassung) ab dem Schuljahr 2009/10

 

 

Folder Realgymnasium für Kultur und Ökonomie

 

Portfoliorichtlinien


 

 

1.1 Idee

Der angestrebte Schulversuch „Realgymnasium für Kultur und Ökonomie“ soll das Angebot am BG Dornbirn um eine zweite Form erweitern, die anderen Interessens- und Begabungsformen bei den Schülerinnen und Schülern entgegenkommt. Durch die angeführte Schwerpunktsetzung soll besonders den Aspekten Internationalität, Kultur, Wirtschaft, Naturwissenschaft und Praxisbezug größeres Gewicht beigemessen werden. Dies geschieht durch die Einführung der Fächer:

 

  • Informatik und Projektmanagement (6. Klasse, zwei Stunden) 
  • Betriebs- und Volkswirtschaftslehre (6. – 8. Klasse, insgesamt vier Stunden)
  • Naturwissenschaft in der Praxis (7. Klasse, drei Stunden) 
  • Internationale Kultur- und Wirtschaftsräume (8. Klasse, zwei Stunden)

 

Sie ersetzen die in unserer autonomen Stundentafel des Gymnasiums vorgesehenen elf Stunden der dritten Fremdsprache in der Oberstufe. Damit ermöglichen wir auch einen leichteren Zugang zu naturwissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Studienrichtungen an Universitäten und Fachhochschulen.

Neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern und auch neue Formen der schriftlichen Arbeiten (Portfolio) sollen erprobt werden. Dabei soll durch Einbeziehung externer Fachleute aus Firmen und Institutionen, sowie durch Projekte und Praktika der Praxisbezug verstärkt gefördert werden.

Aus organisatorischen und anderen Gründen (Sprachkompetenz) soll die Unterstufe in der Form unseres autonomen Gymnasiums mit den Besonderheiten „Soziales Lernen“, Einführung in „Computer und neue Medien“ und Wahlmöglichkeit bei der zweiten Fremdsprache ab der dritten Klasse (Latein, Französisch, Spanisch) einheitlich geführt werden.

Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit verschiedensten Vorarlberger Firmen und Institutionen, da nur so der angestrebte Praxisbezug gesichert werden kann.

Durch die am BG Dornbirn schon jetzt verstärkten Möglichkeiten im Wahlpflichtfachbereich (Module und Wahlpflichtkurse im Ausmaß von insgesamt neun Stunden von der sechsten bis zur achten Klasse) können weitere Ergänzungen und Vertiefungen im allgemeinbildenden Bereich gesetzt werden. Auch hier reicht die Palette von zusätzlichen Sprachangeboten über kulturelle, ethische und naturwissenschaftliche Möglichkeiten bis hin zu Darstellender Geometrie oder Präsentation und Kommunikation.

 

1.2 Eckpunkte

  • Erweiterung des Bundesgymnasiums Dornbirn um einen zweiten Schultyp: Attraktivitätssteigerung durch erhöhte Wahlmöglichkeiten für Schüler mit anderen Begabungs- und Interessensprofilen
  • Schulversuch nur in der Oberstufe: Gemeinsame Unterstufe, Klassengemeinschaft bleibt, Bedeutung der Sprachen in der Unterstufe bleibt erhalten; erweiterte Wahlmöglichkeit zwischen Französisch, Latein und Spanisch in der 3. Klasse
  • Wir bleiben also das Bundesgymnasium Dornbirn, aber mit zwei Zweigen ab der Oberstufe: Gymnasium wie bisher und Realgymnasium für Kultur und Ökonomie
  • AHS bleibt! Die Grundsätze der allgemein bildenden höheren Schule werden nicht angetastet; damit auch keine Konkurrenz zu den berufsbildenden Schulen, aber umfassende Allgemeinbildung mit mehr Praxisbezug
  • In der Oberstufe: elf Stunden für Schwerpunktbildung (das entspricht dem Umfang der dritten Fremdsprache bei uns), alle anderen Fächer identisch mit dem Gymnasium

 

1.3 Rahmenbedingungen

Beginn im Schuljahr 2009/10 mit einer von (voraussichtlich) drei fünften Klassen. Dauer mindestens sieben Jahre (vier Jahre bis zur ersten Matura, mit jeweils Neubeginn in der fünften Klasse), aber natürlich als zweiter Zweig unserer Schule auf längere Zeit angelegt (vorläufig jedes Jahr eine Klasse). Aufnahme nach Anmeldung (im normalen Anmeldeverfahren), gereiht nach Noten. Auch aus anderen Schulen mit Latein oder Französisch ab der dritten Klasse möglich (später auch mit Spanisch ab der 3. Klasse).

Mindestzahl für Eröffnung: 20 Schülerinnen und Schüler

 

1.4 Unterrichts- und Organisationsformen

In allen neuen Gegenständen soll möglichst fächerübergreifend und im Teamteaching unterrichtet werden. Auf ständigen Praxisbezug wird größter Wert gelegt. Daher spielen auch Exkursionen, Projekte und ein Praktikum eine große Rolle. Mehrere kleinere Projekte und ein zumindest dreitägiges Praktikum in der siebten Klasse sind vorgesehen. Gastreferenten aus Wirtschaft und anderen Institutionen werden maßgeblich eingebunden.

 

1.5 Leistungsfeststellung

Jeder der vier Gegenstände wird eigenständig beurteilt (Zeugnisnoten im jeweiligen Jahr). Dabei müssen sich die im Team zusammenarbeitenden Lehrer jeweils auf eine Jahresnote einigen. Für die Schularbeiten gelten die Bestimmungen des Realgymnasiums mit Ausnahme von Physik und Biologie und Umweltkunde. Die entsprechenden Teile des Portfolios (siehe nächster Absatz) müssen statt dessen berücksichtigt werden. Im Übrigen gelten die Bestimmungen der Leistungsbeurteilungsverordnung

Ein von jeder Schülerin bzw. jedem Schüler zu erstellendes Gesamtportfolio, das fortlaufend erstellt werden muss, ersetzt schriftliche Leistungsfeststellungen im Sinne von Schularbeiten und hat folgende Mindestanforderungen zu erfüllen: Tagebuchführung über alle speziellen Veranstaltungen und Aktionen von der sechsten bis zur achten Klasse (Besprechungen, Projekte, Exkursionen, Gastreferate, RG für Kultur und Ökonomie Seite 4/10 Praktika, …), Bericht zu einem Projekt der sechsten Klassen in IPM, Bericht zu einem mehrtägigen Praktikum in einem Betrieb oder einer Institution (incl. Vor- und Nachbereitung) in NWP oder BVL, Bericht über einen in der achten Klasse behandelten Kulturraum.

Um den Stellenwert der Allgemeinbildung in diesem Zweig sichtbar zu machen, soll das Portfolio durch Beiträge aus anderen Fächern zusätzlich ergänzt werden. Im Fach IPM wird dazu ein Grundkonzept entwickelt. Die einzelnen Beiträge werden in den jeweiligen „Fächern“ durch die entsprechenden Fachlehrer bewertet und in die Benotung miteinbezogen.

In VBL sollen die Inhalte der einzelnen Module des Unternehmerführerscheins Gegenstand der Leistungsbeurteilung sein. Die tatsächliche Durchführung des Unternehmerführerscheins ist (im Sinne einer Zusatzqualifikation) anzustreben.

 

1.6 Maturabestimmungen

Betriebs- und Volkswirtschaftslehre (BVL) kann als schulautonomer Pflichtgegenstand
(4 Stunden, 6. – 8. Klasse) eigenes Maturafach sein.

 

1.7 Sonstiges

Erweiterung der Fremdsprachen-Wahlmöglichkeit ab der dritten Klasse: Latein, Französisch oder Spanisch kann als zweite Sprache gewählt werden. Dies betrifft alle Schülerinnen und Schüler (auch im Gymnasium als autonome Regelung). Diese zweite Sprache bleibt bis zur Matura (also sechs Jahre). Im Gymnasium kommt in der fünften Klasse wie bisher eine dritte Sprache dazu, wobei eine der drei Sprachen Latein sein muss.

Module (das sind unsere 5-stündigen Wahlpflichtgegenstandsbündel) und sonstige Wahlpflichtfächer bleiben in beiden Zweigen wie bisher, allerdings ohne das Modul „ECO“ für den neuen Zweig, da sich die Inhalte teilweise überschneiden. Vorgesehen ist auch eine Erweiterung des Wahlpflichtangebots in Fremdsprachen (zB Chinesisch).

Da wir auch UNESCO-Anwärterschule sind, ist ein wichtiger Aspekt unserer Schulentwicklung im bestehenden Gymnasium wie im neuen Zweig die Internationalität: Die Rolle der Vereinten Nationen, die Folgen der zunehmenden Globalisierung, Menschenrechte, Demokratie und Toleranz, Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung, interkulturelles Lernen und Friedenserziehung sind uns generell wichtige Anliegen. Besonders im neu zu schaffenden Fach Internationale Kultur- und Wirtschaftsräume, aber auch bei verschiedenen Projekten kann dem Rechnung getragen werden.

Es ist auch beabsichtigt, den bilingualen Aspekt sukzessive zu verstärken und mit dem Aufbau einer entsprechenden Bibliothek zu unterstützen.

 

2. Stundentafel Realgymnasium Kultur und Ökonomie

2.1 Stundentafel

 

 

Autonome gymnasiale

Unterstufe

 

Schulversuch RG

Unterrichtsgegenstand/Klassen

1.

2.

3. 4.

Summe

US

  5. 6. 7. 8.

Summe

OS

Religion

2 2 2 2 8   2 2 2 2 8

Deutsch

4 4 4 3 15   3 3 3 3 12

Englisch (1. leb. Fremdsprache)

4 4 4 3 15   3 3 3 3 12

2. Fremdsprache (Lat./Franz./Span.)

0 0 4 3 7   3 3 3 3 12

Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung

0 2 2 2 6   2 2 1 2 7

Geografie und Wirtschaftskunde

2 1 2 2 7   2 2 1 2 7

Mathematik

4 3 3 3 13   3 3 3 3 12

Biologie und Umweltkunde

2 2 1 2 7   2 2 0 2 6

Chemie

      2 2     2 2   4

Physik

    2 3 5   2 2   2 6

Psychologie und Philosophie

        0       2 2 4

Informatik und Projektmanagement

        0   2 2     4

Betriebs- und Volkswirtschaftslehre

              1 2 1 4

Naturwissenschaft in der Praxis

                3   3

Int. Kultur- und Wirtschaftsräume

                  2 2

Musikerziehung

2 2 2 1 7   2 1 2/0 2/0 7/3

Bildnerische Erziehung

2 2 2 2 8   2 1 2/0 2/0 7/3

Technisches/Textiles Werken

2 2     4           0

Bewegung und Sport

4 4 3 3 14   2 2 2 2 8

Soziales Lernen und Handeln

0,5 0,5 0,5 0,5 2           0

Computer und neue Medien

  1     1           0

Summe

28,5 29,5 30,5 31,5 120   30 31 29 31 121

Modul-Stunden (WPG-Bündel)

              2 2 1 5

Sonstige Wahlpflichtgegenstände

                    4

Summe incl. WPG

                    130

 

Ab der 7. Klasse wird zwischen Musikerziehung und Bildnerischer Erziehung gewählt.

 

2.2 Anmerkungen zur Stundentafel und zu den Lehrplänen

Diese Stundentafel ist für die Unterstufe identisch mit der autonomen Stundentafel unseres Gymnasiums, da wir ja die Unterstufe gemeinsam führen wollen. In der Oberstufe basiert die Stundentafel auf den autonomen Ermächtigungen für ein Realgymnasium, wobei Mathematik, Biologie und Umweltkunde, Chemie und Physik jeweils eine Stunde weniger haben als in den autonomen Lehrplanermächtigungen vorgesehen. Dazu wird angemerkt, dass ohne Zweifel ein „anspruchsvolles Konzept, das eine Profilbildung zur Förderung der Interessen, Begabungen und Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler ermöglicht“, vorliegt (vgl. Fußnote zur autonomen Stundentafel des RG). Darüber hinaus wird durch zusätzliche Maßnahmen sichergestellt, dass die in den Lehrplänen angeführten Lehrstoffvorgaben in den genannten Fächern erfüllt werden.

 

2.3 Bildungsziele und didaktische Grundsätze

Das Realgymnasium mit Schwerpunkt Kultur und Ökonomie vermittelt eine umfassende und vertiefende Allgemeinbildung sowie ein besseres Verständnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge und schließt mit der Reifeprüfung eines Realgymnasiums ab. Es befähigt zum Studium an Akademien, Fachhochschulen und Universitäten und erleichtert die Ausübung von gehobenen Berufen in der Wirtschaft, der Verwaltung oder anderen Institutionen. Ebenso bietet es Grundlagen für Ablegung der Unternehmerprüfung.

Der/die Absolvent/in soll

  • die Wirtschaft als Teil der Gesellschaft und Kultur verstehen,
  • jene Qualifikationen entwickeln, die zum logischen, kreativen und vernetzten Denken führen und die zum genauen und ausdauernden Arbeiten, auch im Team, notwendig sind,
  • die Grundlagen für verantwortungsbewusstes Entscheiden und Handeln unter Beachtung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten entwickeln,
  • fähig sein, unternehmerisch zu denken und sozialpartnerschaftlich zu handeln,
  • die Bedeutung der Zusammenarbeit der internationalen Staatengemeinschaft erkennen,
  • die neuen Medien und ihre Möglichkeiten begreifen,
  • die Informationen zur Lösung und Beurteilung von Aufgaben selbständig beschaffen und einsetzen können,
  • in der Muttersprache und in der erlernten Fremdsprache kommunizieren können,
  • bereit und fähig zur Kooperation sein,
  • mit Selbstvertrauen, Interesse und Freude an die Arbeit gehen,
  • ein vertieftes Verständnis der Wirtschaft als Teil der Gesellschaft und der Kultur haben,
  • zur Mitwirkung im Kulturleben bereit sein,
  • durch interkulturelle Bildung Verständnis und Respekt für andere Kulturen und Lebensformen entwickeln,
  • als verantwortungsbewusster Mensch die Folgen seines Handelns in der Gesellschaft erkennen und in der Lage sein, selbständige, reflektierte Urteile zu bilden.

Schulveranstaltungen, Exkursionen und Lehrausgänge sowie die Einbeziehung von Fachpersonen aus der Praxis tragen dazu bei, den Schülerinnen und Schülern einen umfassenden Einblick in die komplexen Zusammenhänge wirtschaftlicher Prozesse zu geben. Auch der Besuch von sonstigen Institutionen und Veranstaltungen soll die Schülerinnen und Schüler motivieren, sich mit verschiedenen Kulturen zu beschäftigen. Dies muss sorgfältig vorbereitet und ausgewertet werden.

 

Ein mehrtägiges Praktikum, das im Team von zwei Personen bearbeitet wird, ist spätestens vor dem Eintritt in die achte Klasse zu absolvieren. Es fördert die Einsicht in betrieblich-organisatorische Zusammenhänge und technische Abläufe. Die Erkundung der sozialen Beziehungen vermittelt den Schülerinnen und Schülern Verständnis für die Situationen der verschiedenen Arbeitswelten. Daher ist auf die Vorbereitung und Auswertung des Praktikums großer Wert zu legen.

 

Projektarbeiten in Informatik und Projektmanagement (IPM) oder in Internationale Kultur- und Wirtschaftsräume (IWK) sowie Exkursionsberichte in Naturwissenschaft in der Praxis (NWP) oder Betriebs- und Volkswirtschaftslehre (BVL) werden in Team- oder Einzelarbeit erstellt und deren Ergebnisse in ein Gesamtportfolio integriert. Dies dient dem Nachweis der fachlichen und sozialen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler und soll die Bedeutung der vertieften Allgemeinbildung dadurch dokumentieren, dass auch wesentliche Arbeiten aus anderen Fächern aufgenommen werden.

 

3. Die autonomen Unterrichtsgegenstände und ihre Inhalte

 

3.1 Informatik und Projektmanagement

Das Fach versteht sich als Erweiterung des Faches Informatik, das in der fünften Klasse der AHS im Lehrplan vorgesehen und beschrieben ist. Es werden ausgewählte Elemente der Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung vermittelt und die Grundkenntnisse des Projektmanagements gelehrt.

Die Schülerinnen und Schüler setzen das theoretische Wissen in Form eines Projekts in Teamarbeit um. In Verbindung mit diesem Projekt werden Daten erfasst und mit geeigneter Software verarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, durch kreatives und zielstrebiges Arbeiten vorgegebene oder selbst gefundene Probleme und Aufgabenstellungen zu lösen.

Lernziele

Der Unterricht in IPM hat das Ziel, den Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur Gewinnung komplexer Informationen aus Wirtschaft und Gesellschaft zu ermöglichen. Sie werden befähigt, diese Informationen zu bearbeiten, zu interpretieren und zu präsentieren. Das Erlernen und Üben softwarebezogener Denk- und Arbeitsweisen eröffnet ein Verständnis für die Wirkungsweise moderner Informationstechniken.

Der Unterricht in IPM hat auch das Ziel, den Schülerinnen und Schülern die Theorie des Projektmanagements zu vermitteln. Sie werden befähigt, Projektrahmen und Projektziele abzustecken und die einzelnen Projektphasen durchzuplanen. Das Erlernen und Üben der Grundtechniken des Projektmanagements eröffnet ihnen die Möglichkeit, Projekte zu organisieren und durchzuführen.

 

Lehrstoff

Informatik

• Einführung in die Anwendung einer Projektplanungssoftware

• Erweiterung der Kenntnisse in Tabellenkalkulation in Bezug auf Anwendungen in der Betriebswirtschaft

• Daten sortieren, filtern, gruppieren

• Einfache statistische Auswertungen

• Einfache Makros

• Einführung in das relationale Datenbankmodell anhand eines praktischen Beispiels

• Schlüsselfelder, indizierte Felder, berechnete Felder

• Verknüpfung von Tabellen

• Abfragetechniken

• Erstellung von Formularen und Berichten

 

Projektmanagement

• Merkmale eines Projekts kennen lernen

• Definition von Projektzielen

• Klärung des Projektauftrags

• Projektplanung mit Berücksichtigung der Phasen eines Projekts

• Möglichkeiten der Projektdokumentation und Projektevaluation

• Teamarbeit und Teamrollen

• Grundlagen der Interviewtechnik und Fragebogentechnik

 

3.2 Naturwissenschaften in der Praxis

Bildungs- und Lehraufgabe, Didaktische Grundsätze

 

Der Gegenstand Naturwissenschaften in der Praxis hat die Aufgabe, Kenntnisse und Einsichten der Schülerinnen und Schüler in Themenbereichen, die im Lehrplan der Pflichtgegenstände Physik, Chemie und Biologie enthalten sind, zu vertiefen sowie eine Einführung in verschiedene Anwendungsbereiche zu geben. Es sollen ihnen Technologien vermittelt werden, die in der regional ansässigen Industrie Anwendung finden. Nach einer theoretischen Einführung grundsätzlicher Technologien wird durch Exkursionen zu einschlägigen Unternehmen deren Einsatz in der Praxis vermittelt. Dabei sollen auch fachübergreifende Aspekte Berücksichtigung finden.

Die im Folgenden vorgeschlagenen Module dienen als richtunggebende Beispiele.

Lernziele

• Einblick in die Arbeitswelt von Menschen mit Berufen aus dem naturwissenschaftlichtechnischen

Bereich

• Vertrautheit mit der Funktion einiger technischer Messgeräte und deren physikalischen Grundlagen

• Kenntnisse aus den Sachgebieten Elektronik, Laser- und Energietechnik

• Kenntnisse der Grundlagen der Kunststoffverarbeitung

• Einblicke in grundlegende Verfahren der Textilchemie und der Galvanik

• Einblick in die Umwelttechnik

• Kenntnisse über Verfahren der Lebensmitteltechnologie und der Medizintechnik

• Einblick in aktuelle Forschungseinrichtungen der regionalen Industrie

Module/Lehrstoff

1. Elektronische Bauteile

2. Laser

3. Sonnenenergie und ihre Nutzung

4. Physik in der Medizin

5. Umwelt und Wirtschaft

6. Lebensmitteltechnologie

7. Medizin und Gesundheitswesen

8. Farbstoffe und Färbetechniken

9. Kunststoffe und Kunststoffverarbeitung

10. Korrosion und Korrosionsschutz, Oberflächenbehandlung von Metallen

11. „Stoffkreisläufe schließen“ am Beispiel Papier

12. „Stoffkreisläufe schließen“ am Beispiel Aluminium

Unterrichts- und Organisationsform

Der Unterricht findet teilweise in der Schule statt, teilweise extern in Form von Exkursionen in Firmen und Forschungseinrichtungen. Das allgemein vorgesehene mehrtägige Praktikum ist als Firmenpraktikum zu einem Schwerpunktthema aus diesem Fachbereich möglich. Über das Firmenpraktikum ist ein ausführlicher Bericht im Portfolio zu erstellen.

 

3.3 Betriebs- und Volkswirtschaftslehre

Bildungs- und Lehraufgabe

Neben den allgemeinen Bildungsaufgaben zielt der Unterricht aus Betriebs- und Volkswirtschaftslehre insbesondere auf folgende Kompetenzen ab:

Orientierungskompetenz: Das erworbene Wissen und die gewonnenen Einsichten sollen im privaten, beruflichen und öffentlichen Leben bei wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und berufsbezogenen Entscheidungen und Handlungen angewendet werden. Wirtschaftskompetenz: Die grundlegenden Zusammenhänge, Gesetzmäßigkeiten und Strukturen in betriebs-, volks- und weltwirtschaftlichen Bereichen sollen erkannt und verstanden werden und die Probleme der Wirtschaftspolitik und ihrer Umsetzung in verschiedenen Gesellschaftssystemen sollen beurteilt werden können. Gesellschaftskompetenz: Die Auswirkungen wirtschaftlicher Handlungen und Entscheidungen der Menschen und der Politik auf die Gesellschaft sollen von den Schülerinnen und Schülern analysiert werden können und eine persönliche Motivation zur Auseinandersetzung mit lokalen, regionalen und globalen Fragestellungen bewirken.

 

Der Unternehmerführerschein

Ziel des Faches „Betriebs- und Volkswirtschaftslehre“ ist die Vorbereitung und Ablegung des Unternehmerführerscheins®, der vier Module umfasst, wobei die ersten drei Module A, B, und C allgemeine wirtschaftliche Kompetenzen, sowie volkswirtschaftliches und betriebswirtschaftliches Grundwissen vermitteln. Die Prüfungen erfolgen über standardisierte Online-Verfahren. Das vierte und abschließende Modul UP des Unternehmerführerscheins® entspricht im Wesentlichen den Inhalten des Unternehmertrainings und schließt mit einer kommissionellen Prüfung bei einer der Meisterprüfungsstellen der Wirtschaftskammern ab.
Bei allen vier erfolgreich absolvierten Unternehmerführerscheinprüfungen entfällt die in Österreich für bewilligungspflichtige und gebundene Gewerbe gesetzlich vorgeschriebene Unternehmerprüfung. https://www.wko.at/Content.Node/Service/Bildung-und-Lehre/Meister-und-Befaehigungspruefung/Unternehmerpruefung-und-Ausbilderpruefung/UF_Modul-UP.html

 

 

Lehrstoff und Lerninhalte

 

6. Klasse (1 Stunde)

Absolvierung der Module A + B des WKO Unternehmerführerscheins, d.h. Einführung in die Betriebs- und Volkswirtschaftslehre samt Ablegung der von externen PrüferInnen durchgeführten Modulprüfungen, die Voraussetzung für den Antritt zur Unternehmerprüfung sind. 

Die Themengebiete umfassen im Modul A:
o    Unsere Arbeitswelt
o    Die Wirtschaft – ein Kreislauf
o    Wirtschaften in verschiedenen Bereichen
o    Von der Idee zum Produkt
o    Wirtschaften für den Markt
o    Who’s the Boss?   

 

Modul B:

o    Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung – wie gut geht es unserer   Wirtschaft?
o    Geld und Geldwert
o    Budget und Staatshaushalt – wie wirtschaftet der Staat?
o    Wirtschaftswelt Weltwirtschaft
o    Im Zentrum Europas – neue Herausforderungen für Österreich
 

7. Klasse (2 Stunden)

Ablegung der Modul C Prüfung mit dem Fokus auf Mikroökonomie :

o    Von der Idee zur Marktchance
o    Finanzierungen und Investition
o    Erfolgreich durch Marketing
o    Von der Marktchance zum Business Plan
o    Rechtliche und steuerliche Grundlagen für Unternehmerinnen und  Unternehmer
o    Auf dem Markt agieren und verhandeln
o    Ein Unternehmen organisieren – mit anderen Personen  zusammenarbeiten

 sowie Vorbereitung auf die Unternehmerprüfung, die in der 8. Klasse abgelegt wird.

 

8. Klasse (1 Stunde)

Vorbereitung auf das Modul UP (Unternehmerprüfung).  Die Inhalte beziehen sich schwerpunktmäßig auf:

o    Rechnungswesen und Kostenrechnung
o    Steuern (Umsatz-, Einkommen-, Körperschaftsteuer, Erklärungen etc.)
o    Personal (Kosten, Steuern, Abrechnung, SV)
o    Deckungsbeitragsrechnung (Ergänzung)
o    Finanzierung (Leasing, Factoring, Kredite vertiefend)
o    Marketing und Rechtskunde vertiefend

Das Modul UP schließt mit der gesetzlich anerkannten kommissionellen  Unternehmerprüfung ab, die von akkreditierten PrüferInnen der Meisterprüfungsstellen der Wirtschaftskammern durchgeführt wird.  Die Kommission wählt die Fragen inkl. Rechenbeispielen und Zusatzfragen aus und teilt diese den Prüflingen zu.