Verleihung ÖKOLOG Auszeichnung

Am 30. 5. 2018 fand zum Auftakt der ÖKOLOG PädagogInnen-Exkursion in Bangs die Verleihung der ÖKOLOG Zertifikate an drei Schulen, darunter auch das BG Dornbirn, statt.

 

Frau Prof. Sottopietra übernahm als engagierte Umwelt-Vertreterin unserer Schule das Zertifikat von Elisabeth Mettauer-Stabler, der Vertreterin der Landesregierung.

 

Ökolog-Exkursion Bangs – Matschels am 30.05.2018

 

Die Exkursion wurde geführt von der Gebiets-Verantwortlichen des Landes Vorarlberg Petra Häfele.

 

Zuvor gab es im Gasthaus Stern eine Vorstellung des Ökolog-Projekts und der Aktivitäten einiger ausgewählter Schulen des Landes, sowie die Verleihung des Ökolog Gütesiegels an drei Schulen.

 

Das Gebiet wurde 1974 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Trotzdem wurden bis zum Jahre 1989 noch Streuewiesen des Naturschutzgebietes in Fettwiesen umgewandelt.

Das aktuelle Natura 2000 Gebiet muss den EU-Gesetzen der Vogelschutzrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie entsprechen.

Die Vogelschutzrichtlinie besagt, dass in einem Gebiet alle Vögel und alle Vogelnester geschützt sind.

Durch den Kraftwerksbetrieb an der Ill und dem Rhein fehlen die periodischen Überschwemmungen, wodurch die Auwälder teilweise verloren gehen. Auch die Streuewiesen sind an den hohen Grundwasserstand angepasst. Durch einen Entwässerungsgraben, den Unterriedgraben,  wird leider zusätzlich das Grundwasser abgesenkt.

 

Nach der letzten großen Vergletscherung brachten die Flüsse sehr viele Sedimente.

 

Die vielen Schutt- und Schwemmkegel der Ansiedelungen im Rheintal zeigen die Ablagerungen der seitlichen Zuflüsse des Rheins. Im Gebiet von Matschels liegt der feste Felsuntergrund in ca. 300 – 400 m Tiefe. Alles darüber sind eiszeitliche und von den Fließgewässern abgelagerte Sedimente.

 

Der Bodensee ging einst bis Sargans, vor 14.000 Jahren immer noch bis Götzis. Allmählich trennte sich der Rheintalsee vom Bodensee ab.  Auch talaufwärts bildeten sich Seen, die zu Flachmooren mit Torf wurden. Auwälder entstanden. Nach der letzten Eiszeit und dem Abschmelzen der Gletscher wurden Samen aus eisfreien Gebieten in Deutschland durch den Wind und Vögel ins Rheintal gebracht.

 

Im Mittelalter gab es 2 Siedlungen im Gebiet: Bangs und Matschels. Deren Bewohner hielten die Flächen des heutigen Naturschutzgebiets durch regelmäßige Mahd offen, sodass kein Auwald entstehen konnte.

 

Schwer getroffen wurden die Bewohner im 18. Jhdt. durch 17 Rheinhochwässer und im 19. Jhdt. durch immerhin noch 14 Rheinhochwasser-Ereignisse. Die Ernten gingen verloren, bis zu 1 m hoch lag hinterher jeweils der Schlamm. Die Matschelser wanderten ab und siedelten in Nofels an.

 

Als 1927 ein riesiges Hochwasser einen Dammbruch bei Schaan (FL) auslöste, der sich einige Wochen danach wiederholte, weil der provisorisch wieder errichtete Damm ebenfalls nicht standhielt, beschloss die Landesregierung die Absiedelung der Bewohner. Eine Markierung an der Hauswand des Gasthaus Stern in Bangs, das am Eingang zum Natura 2000-Gebiet liegt, in ca. 1,5 m Höhe, lässt erahnen, wie hoch das Wasser damals alles flutete.

 

Die Streuewiesen entstanden durch extensive Bewirtschaftung. Die größte Ausdehnung hatten sie um 1910. Seither nahmen sie im Rheintal und Walgau von ursprünglich 40 % der Flächen im Talboden auf nur noch 4 % ab. Ohne Fördermittel wären die Flächen nicht zu halten.

 

Das Ried ist in Streifen eingeteilt. Jeder Besitzer hat ein 13 Schritte breites, aber sehr langes Grundstück dieses Lebensraumes. Die unterschiedliche Bewirtschaftung der einzelnen Bauern hat zur Folge, dass manche Flächen Ende Mai intensiv blau durch die Blüte der Sibirischen Schwertlilie leuchten, während dazwischen wieder Flächen mit nur Gräsern oder auch bereits schon gemähte Streifen zu sehen sind.

 

Die Flachmoor-Streuewiesen des Bangser Rieds sind mit 40 – 60 verschiedenen Blütenpflanzenarten die artenreichsten Wiesen im Tal. Sie haben aber durch den Unterriedgraben mittlerweile den Kontakt zum Grundwasser verloren. Sie werden nur noch durch Lehmschichten, die das Niederschlagswasser nicht versickern lassen, am Leben erhalten. Der Rhein hat sich mittlerweile um 6 m eingetieft.

 

Viele geschützte Pflanzenarten und viele bereits auf der Roten Liste stehende Vogelarten kommen hier noch vor: Braunkehlchen, Neuntöter, Wachtelkönig,…

 

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Ökolog Urkunde 2017/2018

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