Einmal Nanjing und zurück

Zusammen mit Dinah Moll und Christian Gut, zwei erwachsenen Chinesisch- Schülern  hatte ich das Vergnügen, Qiaoshan Ye und ihre Schüler der 7. Klasse, auf die Reise nach China zu begleiten.

 

Von Memmingen aus ging die Flugreise nach Frankfurt, dann nach Nanjing. Als wir nach einem 11-stündigen Flug in China ankamen, warteten zehn Tage voller Erlebnisse aller Art auf uns.

 

Sei es beim Besuch von Museen, bei einer Gedenkstätte, einer Kunstschule und nicht zuletzt beim hervorragenden chinesischen Essen haben wir viel erlebt und einen kleinen, aber faszinierenden und abwechslungsreichen Eindruck von diesem riesigen Land bekommen.

 

Als eines der bedeutendsten und größten Museen Chinas stand das 1933 gegründete „Nanjing Museum“ auf unserem Programm. In ihm ist die bedeutende chinesische Kulturgeschichte präsentiert.

 

Archäologische Highlights wie wundervolle Bronzen Chinas aus dem  3.Jt. v.Chr. beeindrucken den Besucher. Die Herstellung von Bronze setzt eine Gesellschaft voraus, in der es schon herrschaftliche Strukturen gibt, und das war in China schon während der ersten Dynastie der Xia-Dynastie um 2070–1600 v. Chr. der Fall. Das Museum hat eine der größten Sammlungen von Malerei, Kalligraphie, Lackarbeiten, Keramik und Porzellan, sowie Stickereien, Jade u.v.m.

 

So hat man in den Vitrinen die wundervollsten Mingvasen (1368-1644 n.Chr.) vor Augen, die man sonst nur aus Slapstick-Filmen kennt, wo sie meist begehrte Raubobjekte waren oder als unersetzliche Objekte kaputt gingen.

 

Internationale Besucher werden mit englischen Überblicks- und Objekttexten bedient. Gerade der architektonische Komplex des „Nanjing Museum“ mit seinem riesigen Areal mit Garten und riesigem Vorplatz besticht den Besucher traditioneller Stil kombiniert mit moderner Architektur: Die großartige Ausstellungsarchitektur, große Hallen, viel Platz, rekonstruierte Straßenansichten Chinas vor hundert Jahren, Präsentation traditionellen Handwerks, ein komplettes Theater lassen Chinas kulturelles Erbe hautnah erleben.

 

Erschütternd und interessant zugleich war die Gedenkstätte des Massakers von Nanjing. Ein 1937 von den Japanern an den Einwohnern der Stadt verübtes Massaker, in Europa nur wenigen bekannt, hat nach Schätzungen 300.000 Opfer gefordert. Übrig blieb eine traumatisierte Generation und eine ausgeraubte, zerstörte Stadt.

 

Die museale Aufarbeitung, mit viel Text und entsetzlicher Fotodokumentation, verlangt viel vom Besucher. Es bleibt die Frage, wie kann man Unbegreifliches begreifbar machen? Die Anlage selbst ist weitläufig, das Museumsgebäude hingegen sehr komprimiert. Am Schluss wird man durch eine große Parkanlage wieder nach draußen geleitet, was den Besucher nach den schwierigen Eindrücken wieder langsam in der Gegenwart ankommen lässt.

 

Ein Besuch in einer Kunstschule war für uns alle faszinierend. Wir wurden durch die Werkstätten der Buchrestaurierung, der Kalligraphie, der Malerei geführt und schließlich erwartete uns eine Überraschung. Ein bekannter Künstler, Lehrer an dieser Schule, demonstrierte uns seine Arbeit und beschenkte uns mit einer ganz besonderen Darbietung.

 

Malerei hängt unmittelbar mit Kalligraphie zusammen. Beides benötigt Tinte, Pinsel, Reibstein und Papier: chinesische Künstler beherrschen meist beides, die Malerei und die Kalligraphie.

 

Nach einem kurzen Blick auf den Schüler Carlos begann der Künstler ihn mit einer faszinierenden Gewandtheit zu zeichnen. Man konnte die Schritte beobachten, alles ging sehr schnell und schon hatte Carlos ein Portrait von sich in den Händen. Pinselführung und Farbmischung waren so gekonnt, es war wie in einem Zeitraffer. Einmal begonnen, hat der Künstler keine Zeit, er muss schnell den Pinsel mit der Tinte über das Blatt ziehen, denn sonst wären die feinen Schattierungen nicht möglich und zu schnell wäre es ein schwarzer Fleck.

 

Komplett ist das Kunstwerk erst, wenn der Künstler seinen roten Stempel aufgedrückt hat.

 

 

 Am Wochenende, als die Schüler bei ihren chinesischen SchulpartnerInnen in ihr Familienleben schnuppern durften, haben wir eine nahe Stadt besucht:  Zhenjiang.

 

Früher eine bedeutende Hafenstadt war sie ein wichtiger Warenumschlagplatz Richtung Nanjing und Shanghai, am breitesten Abschnitt des Jangstekiang gelegen. Als Stadt am Wasserweg zwischen Norden und Süden hatte sie eine besondere Funktion. Erhalten ist ein alter Stadtteil, heute als Museumsviertel präsentiert, die Häuser aus grauen Ziegeln, Straßen mit großen Pflastersteinen und rote Lampions, die die Gassen beleuchten. Ein kleines Museum erzählt die wechselreiche Geschichte und berichtet über die erste “Wasserrettung“, eine Organisation von Männern, die sich auf die Rettung von Schiffbrüchigen spezialisiert hatte. 

 

Wieder zurück in Nanjing machten wir einen Abstecher ins „Olympiadorf“ der Jugendolympiade 2014. Die „Nanjing Eye“ ist die einzige Fußgängerbrücke über den Yangtse, imposant in ihrer schönen Brückenarchitektur.

 

 Ein Bauwerk, das immer wieder aus den verschiedensten Blickwinkeln in der Stadt auftaucht, ist die  Ming-Stadtmauer. Sie wurde in der 2.H.14.Jh. gebaut und ist die, mit 35 km Länge, längste Stadtmauer der Welt. Sie ist 14-21 m hoch, an der Basis 14, an der Krone 4-9m breit. Der Topographie der Stadt folgend hat sie keinen künstlichen Verlauf, wie die meisten Stadtmauern. Im Fundament aus Stein, ist die Mauer sonst aus Backsteinen gebaut, die von den jeweiligen Herstellern gestempelt werden mussten- war die Qualität schlecht, konnte der Hersteller zur Verantwortung gezogen werden. Das konnte durchaus das Todesurteil bedeuten.

 

 Interessant ist auch das Mörtelgemisch: Kies, Sand, Ziegelstücke, Klebreis wurden zu einer festen Masse gefertigt, die die Ziegel wie Beton festigte. Das Zhongua Tor im inneren Ring ist ein komplexes sog. Krugtor mit mehreren Verteidigungsringen. Es konnte mehrere Tausende Soldaten Schutz bieten und war in ein kompliziertes Verteidigungssystem eingebunden.

 

Unsere Jugendherberge lag im bedeutendsten historischen Quartier der Stadt, einst Viertel der Gelehrten und Studenten. Da durfte auch das Vergnügen nicht fehlen. Das Haus der Kurtisane liegt in der Nähe des Konfuzius Tempel direkt am Fluss.

 

Kurtisanen waren gebildete Frauen, Künstlerinnen, sie konnten Gedichte schreiben, singen, malen und waren exzellente Unterhalterinnen. Sie hatten einen großen Stellenwert in der Gesellschaft und berühmte Opern und Theater handeln von ihnen. Die Besten und Schönsten unter ihnen hatten großes Ansehen und waren durchaus wohlhabend, sodass sie sich ein Haus mit Garten leisten konnten. Dort konnten sie ihre ausgewählte Kundschaft empfangen.

 

Die vielen Eindrücke und besuchten Sehenswürdigkeiten könnte man beliebig weiterführen. Was aber Erwähnung finden muss, ist die hervorragende Küche. Eine vielseitige, gesunde, fettarme und manchmal überraschende Küche mit viel Gemüse und Suppen. Beim Feuertopf und den opulenten Essen mit vielen verschiedenen Gerichten, auf rotierenden Platten serviert, kann man von allem kosten.

 

 Das Frühstück in der Unterkunft war vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber durchaus sättigend: Maiskolben, hartes Ei, Apfelschnitze, gedämpftes Brötchen, Sojamilch und Reissuppe.

 

Qiaoshan  und die Deutschlehrerinnen vor Ort, Frau Ding und Frau Liu, haben sich herzlich und kompetent um uns alle gekümmert und mit viel Mühe und Engagement allen einen unvergesslichen Aufenthalt beschert. Die Schülerinnen und Schüler des Bundesgymnasiums Dornbirn haben bewiesen, dass sie durchaus großstadttauglich sind und der Chinesisch Unterricht Früchte getragen hat.

 

 Vielen Dank für diese spannende und einzigartige Reise!

 

zur Autorin: Judith Niederklopfer-Württinger, Jahrgang 1963, ist eine ehemalige Absolventin des Bundesgymnasiums Dornbirn (maturiert im Jahre 1981). Sie ist eine Archäologin und arbeitet zur Zeit im jüdischen Museum in Hohenems.

 

Der Schüleraustausch in Nanjing, China

22. Oktober – 2. November 2016

Die Reise nach China in den Herbstferien 2016 wurde mit großer Spannung erwartet. Je näher die Reise rückte, desto nervöser wurden die Schüler.

 

„Was werden wir zum Essen bekommen?", „Wo werden wir untergebracht?" Jedes Mal, wenn ich zum Unterricht kam, wurde ich mit Fragen dieser Art bombardiert. Es schien, als ob die Schüler langsam realisieren, dass China doch ein sehr fremdes Land und weit, weit von Österreich entfernt ist.

 

Eigentlich sind sie alle, trotz ihres zarten Alters, schon alte Hasen in Sachen Reise. Ohne Ausnahme war jeder von ihnen mindestens schon einmal außerhalber von Europa: in den USA, in Kanada, auf den Seychellen, in Australien…Wieso dann diese Aufregung?

 

Irgendwie haben die Schüler aber schon gewittert, dass dies eine Reise besonderer Art sein wird. Denn ob in den USA oder in Australien, wenn man z.B. morgen aus dem Bett kommt, zum Frühstück kann mit seinem Marmeladebrot und einer Tasse Kaffee rechnen. Das heißt, man hat zwar den europäischen Kontinent, aber bei weitem noch nicht den europäischen Kulturraum verlassen. Von China hat man schon so vieles gehört, doch wenn man nachdenkt, hat man wieder das Gefühl, kaum etwas über dieses Land zu wissen. 

 

Obwohl ich die Schüler schon ausreichend für die Reise vorbereitet habe, konnte ich ihnen ihre Unruhe nicht nehmen. Mir blieb nichts anders übrig als zu schmunzeln und im Stillen zu denken: Unzählige Male war ich schon mit den Schülern aus Österreich in China, und bis jetzt ist noch keiner nicht begeistert zurückgekommen. Wieso soll es dieses Mal anders laufen?

 

Meine Zuversicht wurde bestätigt. Die Schüler aus Österreich traten ihre Reise nach China am 22. Oktober an und kamen am 2. November mit vielen Eindrücken und Erlebnissen aus China zurück. Dass es  die spannendste Reise in ihrem bisherigen Leben war, darin sind sie sich einig.

 

Am Freitag, dem 20. Januar 2017 um 19:00 findet der Präsentationsabend unserer China-Reise im Festsaal im Bundesgymnasium Dornbirn statt. Dort werden die Schüler ausführlich über ihre Reise nach Nanjing erzählen. Auf ein zahlreiches Erscheinen würden wir uns sehr freuen!

 

Prof. Qiaoshan Ye

Zwei unterschiedliche Welten

Der Austausch, wieder ein Erfolg!

Am 12. November 2015 reisten 12 Schüler aus China in Begleitung eines Lehrers nach Vorarlberg und verbrachte hier 9 Tage, um die österreichische Kultur kennenzulernen und das tägliche Leben der Einheimischen hautnah zu erleben. Der Besuch der chinesischen Schüler in Vorarlberg in diesen Jahr stellte die erste Etappe des Schüleraustausches 2015/16 zwischen dem Bundesgymnasium Dornbirn (BGD) und der Berufsakademie(BA) Nanjing dar. Ein Gegenbesuch in China erfolgt dann im Jahr 2016 in den Herbstferien.

 

Wie schon der erste Austausch mit der BA Nanjing im Jahre 2014 wurde auch dieser ein Erfolg. Sogar Radio Vorarlberg berichtete ausführlich darüber, und dies zu einer Prime-Zeit mit der höchsten Einschaltquote! Dank der Unterstützung unterschiedlicher Institutionen und privater Personen konnte ein abwechslungsreiches Programm  zusammengestellt werden, damit unsere chinesischen Gäste möglichst viel von Österreich mit nach Hause nehmen können. 

 

Verschiedene Sponsoren

So spendierte uns Firma Loacker Tours  eine Busfahrt zu den Kristallwelten nach Wattens und nach Innsbruck, welche das absolute Highlight der 9 Tage darstellte.

 

Der Verkehrsverband Vorarlberg sponserte jedem chinesischen Gast eine Erlebnisfahrkarte, damit er während des gesamtem Aufenthalts in Vorarlberg in den Genuss der freien Fahrt mit jeglichem öffentlichen Verkehrsmittel kam. Dies erleichterte unsere budgetäre und organisatorische Belastung erheblich.

 

Firma Algrodanza, die Erinnerungsdiamanten in der Schweiz produziert, sponserte uns eine Fahrt mit einem Reisebus in die Schweiz, um mit uns zuerst ihren Betrieb zu besichtigen und anschließend dann einen Abstecher nach  Chur, Vaduz (FL) und  Werdenberg in Grabs zu machen. Dadurch bekamen die chinesischen Jugendlichen nicht nur einen Einblick in diese weltweit einmalige Technologie der Diamantenverarbeitung, sondern konnten auch ihren Horizont auf geographischer Ebene erweitern.

 

Ferner waren es noch einige private Personen, die lieber anonym bleiben wollten, Firma Monacor, die Vorarlberg Kraftwerke, der Segelflugsportclub Hohenems, Firma Hilti in Schaan, die uns auch ihre helfende Hand gereicht und einen wesentlichen Beitrag zu unserem Austauscherfolg geleistet haben. 

 

Und last but not least, war da die Subvention des Ministeriums  für Unterricht, Kunst und  Kultur, die der Hauptteil unseres Budgets darstellt, nicht zu vergessen. Ohne sie hätten wir den Austausch gar nicht starten können. Auch das Empfehlungsschreiben seitens Ministeriums an die österreichische Botschaft in Shanghai war für die Abwicklung in Sachen Visum unentbehrlich. An diese Stelle ein herzliches „Danke schön“!

 

Zwei unterschiedliche Welten

Die Zeit während des Aufenthaltes der chinesischen Jugendlichen in Vorarlberg war für alle Beteiligten sehr spannend, interessant und lehrreich. Hier prallten zwei ganz unterschiedliche Kulturen aufeinander und sorgten für  Verunsicherungen, Irritationen, aber auch für Enthusiasmus, Spaß und Freude.  Als Ansprechpartnerin sowohl für die chinesischen als auch die österreichischen Schüler und deren Eltern bekomme ich natürlich von dem ganzen Geschehen am meisten mit und kann auch schon einige Geschichte erzählen.   

 

Zu den Eltern der österreichischen Gastgeberfamilie „Papa bzw. Mama“ sagen

Obwohl in der chinesischen Kultur geboren und in der österreichischen aufgewachsen, muss auch ich immer wieder feststellen, dass ich über die Mentalität der Menschen aus diesen zwei Welten bei weitem nicht alles weiß. Z.B. wurde ich jedes Mal von den chinesischen Austauschschülern gefragt, wie sie die Eltern ihrer österreichischen Austauschpartner anreden sollten. Der chinesischen Etikette entsprechend, empfahl ich ihnen, diese auch mit „Papa“ und „Mama“ anzureden. Denn es ist in China nicht höflich, wenn man ältere Menschen, vor allem wenn der Altersunterschied um eine oder mehrere Generationen geht, beim Vornamen nennt. Außerdem übernehmen die österreichischen Eltern während des Aufenthalts der chinesischen Schüler in Vorarlberg den asiatischen Jugendlichen gegenüber tatsächlich die Rolle eines Vaters oder einer Mutter.

 

Diese Anrede ist bei den österreichischen Eltern sehr gut angekommen. Sie sorgte wie ein Enzym dafür, dass sich die Annäherung zwischen beiden Beteiligten beschleunigte.  Die österreichischen Schüler jedoch fanden das wenig lustig. Sie reagierten irritiert und waren mitunter sogar verärgert. Das sind doch IHRE Eltern und diese möchten sie mit niemandem teilen!

 

Ich muss zugeben, dass ich diesbezüglich bisher zu wenig auf die Gefühle der österreichischen Schüler geachtet habe.

  • Und wie wäre es mit der Anrede wie Onkel Soundso und Tante Soundso?
  • Das geht auch nicht. Denn das stimmt auch nicht! Wir sind miteinander nicht verwandt. Sie sollen meine Eltern einfach beim Vornamen nennen, wie das jeder andere hier auch tut.
  • Das ist aber für die Chinesen nicht anständig.
  • Tja, wir sind hier eben nicht in China. Andere Länder, andere Sitten!

Naja, wo die österreichischen Schüler Recht habe, da haben sie einfach Recht. Ich werde beim nächsten Austausch versuchen,  den chinesischen Austauschschülern diese Sitte nahelegen.

 

Die Sprachkenntnisse der chinesischen Austauschschüler

„Warum können die chinesischen Austauschschüler so wenig Englisch?“ fragte mich einer meiner österreichischen Schüler. Auch Eltern aus den Vorarlberger Gastgeberfamilien haben schon geseufzt, dass sie sich mit den Gästen aus China gerne mehr unterhalten würden, wenn diese bloß mehr Englisch oder Deutsch sprechen könnten.  Unabhängig davon hat aber auch eine chinesische Austauschschülerin zu mir gesagt:“ Wenn der Vater meines Austauschpartner nur Chinesisch sprechen würde! Ich könnte ihm so vieles über China erzählen!“

 

Lustig, dass von beiden Seiten dasselbe erwartet wird. Dass Englisch auf der ganzen Welt verstanden wird, ist eine Illusion, an der die Europäer gerne glauben. Schließlich ist dies ja eine ihrer Sprachen. Faktum ist, die englische und deutsche Sprache sind für die Chinesen genau so exotisch und fremd wie das Chinesische für die Österreicher.  Und die Strecke zwischen Österreich und Großbritannien ist natürlich auch eine andere wie von China zu dem Inselstaat.

 

Die Kindlichkeit der chinesischen Austauschschüler

„Warum verhalten sich die chinesischen Schüler so kindlich? “, fragte mich ein Schüler. Hat er wirklich „kindlich“ und nicht „kindisch“ gesagt? Ich horchte auf. Das durchschnittliche Alter der chinesischen Austauschschüler beträgt etwa 17 Jahre. Sie sind also um 2 oder 3 Jahre älter als ihre Austauschpartner, doch vom Benehmen her könnte man fast das Gegenteil behaupten. Die Jugendlichen aus Asien haben im Vergleich zu ihren Altersgenossen in Vorarlberg im Umgang mit andern Menschen eher eine offenere und ungezwungenere Art.  Sie sind anhänglich und scheuen sich auch nicht, ihre Gefühle deutlich zum Ausdruck zu bringen. Das ist eher ein Verhalten, das man hier im Land  einem Kind zuschreiben würde.

 

In einer Gesellschaft wie der chinesischen, wo der Familienzusammenhalt sehr groß geschrieben wird, lässt man ein Kind lang Kind sein. In China ist ein Kind erst erwachsen, wenn es sein eigenes Geld verdient.

 

Die Laktose-Unverträglichkeit der Chinese

„Chinesen vertragen keine Laktose und dürfen daher keine Milchprodukte essen.“ Keine Ahnung, wie man auf diese Kenntnis gekommen ist.  Jedenfalls glauben viele Österreicher fest daran.

 

Bei einem gemeinsamen Supermarktbesuch griff eine chinesischer Schülerin nach einer Packung Trinkjoghurt. Entsetzt nahm ihre österreichische Austauschpartnerin ihr das Joghurt aus der Hand und stellte es wieder ins Regal. Dabei versuchte sie ihrem Gast zu erklären:  „Das darfst du nicht trinken! Dir fehlt eine Enzyme im Körper, die die Laktose verdaut.“ Die chinesische Schülerin war sehr verwundert und erwiderte: „Wieso kennst du  meinen Körper besser als ich?“ Daraufhin holte die wohlgemeinte Behüterin mich zur Hilfe.

 

Ob Chinesen wirklich an Laktose-Unverträglichkeit leiden, kann ich nicht sagen. Allerdings kenne ich auch etliche Österreicher, die keine Milchprodukte vertragen. Wahr ist, während Menschen aus meiner Generation in China mit dem Konsum von Milch nicht so vertraut sind, lieben die heutige junge Chinesen Milchprodukte. In diesem Fall scheint die Behauptung mit der Milchunverträglichkeit der Chinesen wirklich nur ein Vorurteil zu sein.

 

Bekommt man in China wegen schlechter Schulnoten Schläge?

„Bekommt man in China Schläge, nur weil man schlechte Note in der Schule bekommt?“ fragte mich einer meiner Schüler. Als ich ihn frage, wie er denn darauf komme, erzählte er mir, dass seine Austauschschülerin nicht nach China zurückkehren wollte, denn ihre Mutter schlüge sie wegen schlechter Schulnoten.

 

Ich möchte nicht abstreiten, dass es in China keine Gewalt in der Familie gibt. Doch da ich die besagte chinesische Schülerin zufällig gut kannte, war ich verwundert. Erst nach scharfem Nachdenken bin ich darauf kommen, dass dies ein kulturell bedingter Missverständnis sei musste. Es gibt Flüche im Chinesischen, die, wenn man sie wortwörtlich ins Deutsche übersetzt, für die Außenstehende haarsträubend klingen könnten. Der chinesische Ausdruck „Ich schlage dich zu Tode“ z.B. soll sinngemäß so harmlos sein wie sein deutsches Pendant: „Kreuz fix, Herrschaftsgott noch einmal!“

 

Solche und ähnliche Geschichten kenne ich zur Genüge. Sie alle bezeugen, dass oft die Sprachenkenntnisse allein noch nicht ausreichen, um kulturelle Unterschiede zu verstehen. Ich bin froh, dass ich mit meinem Wissen einen kleinen Beitrag zu dem Austauschprojekt leisten kann.

 

Brot & Reis

„Jetzt kann ich für längere Zeit kein Brot mehr sehen.“ Sagte eine chinesische Schülerin auf dem Heimkehrweg zum Flughafen. Ich musste schmunzeln. Denn als ich mit meinen österreichischen Schüler von China zurückkehrte, haben auch einige von ihnen gesagt: „Jetzt habe ich einmal genug vom Reis!“

 

Schüchternheit

Da ich vorhin doch von der offenen Art der chinesischen Jugendlichen erzählt habe, muss ich auch erwähnen, dass es natürlich Ausnahme gibt. Mich hat auch schon einmal eine verzweifelte österreichische Mutter aufgesucht. Sie klagte über die verschlossene Art ihres Besuchers. Auf der anderen Seite erfuhr ich wieder von den chinesischen Austauschschüler die Wortkargheit seines österreichischen Partners: „Er hat mit mir jeden Tag nie mehr als 2 Sätze gesagt. Und das waren immer dieselbe Sätze: ,Hallo´ und ,Tschüss`.“

 

Na dann, bin ich froh, dass es zwischen den beiden Kulturen doch auch noch Gemeinsamkeiten gibt.

 

 

Lesen Sie den Zeitungsbericht "Croissants mit Stäbchen essen" von Laurence Feider.

 

Elternfeedback

Feedback von Christian:

Ich habe den Besuch der beiden Mädchen als Bereicherung in unserem Haus empfunden. Nach 2 Tagen oder so sind die Mädchen auch aufgetaut und haben sich auch kommunikativ mehr integriert. Wir haben ein paar Mal gemeinsam gekocht was wirklich super war. Die Beiden haben sich sehr bemüht mitzuhelfen in der Küche. 

 

Das Essen war eigentlich unkompliziert. Einerseits waren sie offen für Vorarlberger Essen, wenn es manchmal auch lustig war (Croissant mit Stäbchen essen) und andererseits haben wir auch unsere Küche ein wenig angepasst, also zb  vietnamesisch und koreanisch gekocht. Am Samstag haben 4 Mädchen zusammen unter der Leitung von Anika ein grosses Menü für uns und eine befreundete Familie gekocht (13 Personen!) und das mit 6 verschiedenen Gerichten, inkl 1000jährige Eier. War wirklich toll. Wir waren ein paar Stunden gemeinsam einkaufen und es war lustig die Dinge zu bekommen, aber mit Internet-Fotos und einem chinesischen Verkäufer waren wir erfolgreich.

 

Wir sind einmal einen Bauernhof besuchen gegangen und mit dem Ross eines Freundes Reiten gegangen. Ich glaube das hat ihnen wirklich gut gefallen, es war alles sehr neu und aufregend. Im Haus sind die Mädchen sehr ruhig und bemüht unauffällig, aber wenn man sie aktiv einlädt und auffordert dann machen sie gleich mit. Etwas ungewöhnlich ist, dass sie ihren Koffer nicht auspacken bzw die Sachen nicht in den Schrank hängen - aber das stört ja nicht. 

 

Mit unseren Söhnen gibt es nicht sehr viel Kommunikation, es kommt eher kein längeres Gespräch zustande, weil gegenseitig einfach schon Sprachbarrieren bestehen, aber man ist bemüht das irgendwie hinzukriegen. Auf jeden Fall ist unser Sohn bemüht die Mädchen abzuholen und wo hinzubringen. Weil parallel Schularbeiten sind ist es zeitlich etwas eng für unsere Jungs, aber das ist halt so. Beim Frühstück haben wir etwas aufgerüstet indem wir Schinkengipfel gebacken haben und auch im Dampfgarer mal gefüllte Gyoza gemacht haben, das ist sehr gut angekommen. Ansonsten sind wir sehr überrascht gewesen dass sie Marmelade-Brot und Cappuccino mögen. Rühreier mit Tomaten, Zwiebel, Tofu sind auch prima in der Früh.

 

Wir haben auf iTunes mal einen Film ausgeliehen mit chinesischen Untertiteln, damit sie mal einen Kinoabend haben. Actionfilme sind dabei angesagt gewesen. 

 

Insgesamt ist es natürlich schon etwas zusätzliche Arbeit und Aufwand mit 2 Gästen im Haus, aber es ist auf jeden Fall eine tolle Sache und schöne Erfahrung für unsere Familie. Man erlebt es ja nicht alltäglich mit einer wirklich anderen Kultur zusammenzustossen. Bin schon gespannt was unser Sohn in China für Erfahrungen machen wird.


Feedback von Michi:

Wenn ein Studenten-Austausch erfolgt, ist  lebendiges Lernen mal kein leeres Schlagwort.

 Es überraschte mich sehr, wie unkompliziert sich unser chinesische Gast in das Familienleben integrierte. Obwohl China doch eine sehr fremde und andere Kultur ist, war es leicht miteinander zu leben. Und sehr harmonisch! 

Jessica ist ein sehr fröhliches und so dankbares Mädchen. Sehr imponiert hat uns ihre kindliche Freude, die sich auf ihrem ganzen Gesicht zeigte.  

Einfacher für die Jugendlichen ist es meiner Ansicht nach, wenn Jungs zu Jungs kommen und Mädchen zu Mädchen. Für uns war es kein Problem, da wir auch eine Tochter haben.

Schade ist, dass ihr Englisch doch recht spärlich ist.

 

Ansonsten vielen Dank an Qiaoshan, ohne deren Engagement es diesen wertvollen Austausch nicht geben würde.

 

Schuljahr 2014/2015

Unsere unvergessliche Chinareise

Seit mehr als einem Jahr besuchten wir das Wahlpflichtfach Chinesisch. Der Höhepunkt schlechtin, auf den  wir unsschon lange gefreut haben, ist natürlich die Reise nach Nanjing . Nun war es endlich soweit:  Vom Samstag, den 25. Oktober bis zum Montag, den 03. November 2014 durften wir an der Berufsakademie Nanjing, unserer Partnerschule in China, zu Gast sein. 

 

Da unsere chinesischen AustauschschülerInnen gerade zwei Wochen zuvor bei uns in Vorarlberg auf Besuch waren, fiel das Wiedersehen mit ihnen in Nanjing sehr herzlich aus.  Mit ihnen zusammen haben wir die große und wunderschöne Stadt Nanjing erkundet und vieles von der chinesischen Kultur in den neun Tagen kennengelernt. Dank des vielfältigen Austauschprogramms, das unsere Partnerschule für uns zusammengestellt hatte, durften wir in der Schule am Unterricht teilnehmen, diverse Museen und die Yangtze-Brücke besichtigen, ja sogar bei einer Hochzeitsfeier eingeladen zu sein. Auch waren wir auf einem Gemüsemarkt und erhielten sogar die Möglichkeit, eine Pekingoper besuchen. Bei einem Ausflug lernten wir die SlowCity Gaochun kennen. An der Blindenschule Nanjing,  die wir besuchten, lernen die SchülerInnen unter anderem massieren und wir durften den SchülerInnen als Lernhilfe zur Verfügung stehen, sodass wir in den Genuss einer gratis Massage traditioneller Art kamen. Auch einen Buddhistischen Tempel haben wir in Nanjing besucht, wo wir einen Gottesdienst hautnah miterlebten.

Schön war noch der Abschlussabend, an dem die chinesischen SchülerInnen Darbietungen wie Zauberkunst, chinesische Laute, Tanz usw. vorgeführt haben.

 

Die zwei Nächte bei unseren Austauschschülern waren das Schönste, da wir erleben durften, wie es in ihrem Alltag zugeht und wie sie leben. Für uns haben sie sich den Aufwand gemacht, das größte Zimmer der Karaoke-Bar zu mieten. Den letzten Abend verbrachten wir in Shanghai, wo wir noch genug Zeit hatten, durch die Einkaufsmeile zu flanieren.

Für uns war die Reise nach Nanjing eine ganz besondere, weil wir durch den Austausch mit vielen Einheimischen in den Kontakt gekommen sind. Unsere AustauschschülerInnen z.B. kümmerten sich während des gesamten Aufenthalts rührend um uns und waren überall, soweit es ihnen zeitlich ausging, dabei. Die Herzlichkeit und die Gastfreundlichkeit der Menschen dort haben uns alle sehr beeindruckt.   

 

Abschließend möchten wir uns recht herzlich für die unvergesslichen und einmaligen Erlebnisse in China bedanken. Besonderer Dank gebührt den VertreterInnen der Berufsakademie Nanjing und unserer Chinesischlehrerin Qiaoshan Ye. Ohne deren Zusammenarbeit hätten wir das Land China nie auf diese authentische Art und Weise kennen lernen können.   

 

Bericht von Laurence Feider: http://www.vol.at/gemeinde/es-war-alles-sehr-gross-und-extrem/4194033

 

China

Reise und Austausch der SchülerInnen des Wahlpflichtfaches Chinesisch (7arbc) 2014 nach Nanjing unter der Leitung von Qiaoshan Ye

ein Bericht von Anna Stärk 

 

China – zwischen über 5000 in Reihen stehenden chinesischen Schülern in Schuluniform, mit korrektem Abstand zum Vorder- und Hintermann, komplett schweigend, während die chinesische Hymne gespielt und die Flagge von uniformierten Soldaten gehisst wurde, versuchten wir uns ein erstes Bild dieses Landes am anderen Ende der Welt zu machen, ein Bild, das sich in den folgenden Tagen noch fast stündlich verändern und erweitern würde. Auch im Nachhinein ist es noch schwierig, die vielen Erlebnisse in ein Bild, in "ein China" zu verpacken, so vielseitig und unterschiedlich, wie sie sind.

 

Zwar erschöpft von der knapp zwanzigstündigen Anreise nach Nanjing, aber auch aufgeregt besuchten wir die Hochzeitsfeier eines Lehrers der Austauschschule, eine pompöse Veranstaltung zwischen traditionell und westlich-modern, auf der alles geboten wurde, was es an Glitzer, Kitsch, Lärm und Präsentation gibt: Ein junger Chinese moderierte die "Show", warf rote Umschläge mit Papiergeld – umgerechnet im Wert von je etwa zwölf Cent – und Stofftiere in die Menge, organisierte Spiele und sorgte mit reichlich Text, von dem wir kein Wort verstanden, für Stimmung.

 

Zwei von uns, die am Österreichertisch keinen Platz mehr bekommen hatten, fanden sich in der Runde mit dem Schulleiter, den ParteisekretärInnen und diversen anderen wichtigen Leuten am Tisch wieder. Ohne Erfahrung, mit Stäbchen zu essen, versuchten wir (vergeblich) unser Bestes, dennoch möglichst elegant und ohne gröbere Patzer zu essen, denn zu essen gab es eine Menge: Von unterschiedlichsten, teilweise uns unbekannten Gemüsegerichten, verschiedenstem Fleisch, Fisch und Süßspeisen über Süßwasserkrabben, Qualle, Muscheln und sogar Schildkröte probierten wir alles, dazu stießen wir mit Milch gemeinsam an. Sämtliche Gerichte waren auf einer großen Drehscheibe in der Mitte des Tisches aufgestellt, mit der Zeit kamen immer mehr dazu, die man zu sich herdrehen konnte um, in unserem Fall verzweifelt, einen Versuch zu starten, etwas aus den einzelnen Tellern und Schüsseln zu ergattern. Wie wir erfuhren, hatten wir dabei nicht nur Spaß und Genuss am Essen, sondern taten auch einiges für unsere Schönheit und Gesundheit: Schildkrötenhaut soll gut für die Haut sein, Schweinfuß gut für die Füße, Wahlnüsse wegen ihrer Form gut fürs Gehirn und lange Nudeln symbolisieren ein langes Leben.

 

Nach einem für uns gewöhnungsbedürftigen Frühstück – die meisten SchülerInnen aßen Nudeln oder Reis vom Hotelbuffet – fuhren wir zur Berufsschule Nanjing, die sich "neben unserem Hotel" befand, in chinesischen Abständen heißt das zwei Stationen mit der Straßenbahn und einige Minuten zu Fuß. Auch der Schulcampus war so riesig, dass man einige Minuten brauchte, um ihn zu überqueren, er war eher wie eine kleine Stadt in der Stadt: Neben den unzähligen Klassenräumen, dem weitläufigen Sportplatz, mehrstöckigen Schlafhäusern für die SchülerInnen und einer großen Kantine gab es eine eigene Krankenstation, einen eigenen kleinen Supermarkt, eine Tischtennishalle und sogar ein Schulmuseum, in dem die Geschichte der Schule dokumentiert war. Im Laufe der Woche konnten wir sogar beim Unterricht selbst dabei sein: Weil die Klassen so groß sind, unterrichten die Lehrer mit Mikrophon. Da einige unserer chinesischen AustauschschülerInnen selbst unter der Woche in der Schule schlafen, konnten wir uns auch die Wohnhäuser anschauen, acht SchülerInnen schlafen dort in einem schmalen Zimmer, das über eine unübersichtliche Ordnung und ein ausgekügeltes System des Trockene-und-nasse-Wäsche-Aufhängens auf kleinstem Raum – es gibt keine Schränke, nur Schnüre und Stangen – verfügt. Über jedem Bett hängt ein Moskitonetz, im Mädchenzimmer oft rosa oder himmelblau, an den Wänden mahnen Schilder: "Don't spit anywhere!"

 

Ganz anders als in Europa spielte sich in unserem chinesischen Hotel eine Menge auf dem Gang zwischen den Zimmern ab: Viele ließen ihre Türen offen, rauchten dort und auch wir hielten dort unsere allabendlichen Versammlungen ab, um das W-LAN zu benutzen, das nur am Gang funktionierte, zu reden, zu picknicken und was man sonst noch so auf Hotel-Gängen machen kann. Dabei lernten fünf von uns einen jungen Firmenchef kennen, der uns am ersten Abend stolz Bilder von seiner Reise nach Europa zeigte, am nächsten schon einlud mit ihm in einen Club feiern zu gehen. So kam es, dass  wir – teils schon im Pyjama – kurz darauf mit dem Taxi quer durch die Stadt ins Ausgeviertel fuhren (Frau Ye war mit dabei, stets bereit uns zu retten) und so im "Deutschen Biergarten Nanjing" landeten. Großzügig wurden wir von unserem "Freund" eingeladen, spielten Trinkspiele mit ihm und tanzten mit einem Rapper aus Sierra Leone, dem "die Europäer" aufgefallen waren, auf der Bühne. Unser Firmenchef hatte auch zwei befreundete "Aufpasser" dabei, die sich um die Finanzen kümmerten und uns auf Schritt und Tritt begleiteten.

 

In den nächsten Tagen erlebten wir vielerlei Dinge, unter anderem besichtigten wir den Konfuziustempel, ein menschenvolles Viertel mit einer weitläufigen Tempelanlage voller Bars, Krimskramsshops, kleiner Restaurants und amerikanischer Fastfoodketten, sowie das Nanjing Massakermuseum und auf Bitten einzelner Schülerinnen hin auch einen buddhistischen Tempel voller goldener Buddhastatuen, Figuren zorniger roter Götter, Nonnen mit rasierten Köpfen, die eine Messe abhielten und Haufen glitzernder bunter Plastikblumen. Des Weiteres sahen wir die "Slow City" Gaochun mit einer typischen Altstadt, in der sich auch ein taoistischer Tempel befand, und das Mausoleum des Republikgründers Sun-Yatsen, das Nanjing-Kunstmuseum, eine für unsere Ohren recht schrille Pekingoper, einen Gemüsemarkt und die Yangtse-Brücke, die unter Mao gebaut wurde und noch immer ein Symbol für das kommunistische China ist. Auch das Essen überraschte uns immer wieder, einiges war ungewohnt wie die Hühnerkrallen und Schweineohren, vieles schmeckte gut, doch es begegneten uns auch unterschiedlichste traditionelle Schleimsuppen, die ich an China wohl am wenigsten vermissen werde. Das Wochenende verbrachten wir bei unseren chinesischen AustauschschülerInnen und ihren Familien; ich selbst übernachtete zweimal in der Wohnung der Tante meiner Austauschschülerin, im 15. Stock eines 30stöckigen Hochhauses außerhalb der Stadt, wo ich von der Mutter und den beiden Tanten sehr gastfreundlich aufgenommen und bekocht wurde.

 

Von fast allen chinesischen AustauschschülerInnen verabschiedeten wir uns am Sonntagmorgen, mit dem Hochgeschwindigkeitszug fuhren wir nach Shanghai. Obwohl wir nach einer Stunde dort angekommen waren, mussten wir mit der U-Bahn quer durch die größte Stadt Chinas zu unserem Hotel fahren und dann wieder zurück ins Zentrum, was uns mehrere Stunden kostete. Am Abend waren wir endlich in der Innenstadt angekommen, zwischen schnellen Menschen, erleuchteten Hochhäusern und grellen Reklametafeln. Wir spazierten zum Huangpu-Fluss, an dessen anderem Ufer sich der Oriental Pearl Tower und die atemberaubende Skyline bunt erleuchteter Wolkenkratzer erhoben.

 

Feedback aus China, Lina erzählt ...

Einen schönen Nachmittag!

Ich bin Feng Chunting aus der Klasse 511411. Ich hatte die Ehre, mich an den Austausch mit unserer österreichischen Partnerschule teilzunehmen und möchte nun meine Erfahrunge über die Zeit in Österreich, speziell in einer österreichischen Familie mit euch teilen.

 

Wenn man von Österreich spricht, weißt man sicher einiges, von dem man so über dieses Land zu hören bekommen hat,  aufzuzählen. Die Väter werden Bier erwähnen, die Mütter Kartoffel. Die Buben werden von K. u K. Monarchie sprechen und die Mädchen von der schönen Landschaft und Musik. Manche werden sogar die Pünklichkeit , Genauigkeit und  Aufrichtigkeit der Österreicher bzw. derer  schönes und gemütliches Leben erläuten.  

 

Die Reise war nicht lang, nur 10 Tage. Ich erinnere mich noch, nach einem mehr als zehnstündigen Flug wurde ich vom Vater meiner Gastgeberfamilie in Zürich abgeholt. Um mich abzuholen, musste er kurz nach fünf  in der Früh schon von zu Hause weggefahren. Nach einer kurzen Konversation am Flughafen in Zürich mit ihm fuhren wir Richtung Österreich. Erst als ich die weitläufigen Felder und üppiggrünnen Wälder sah, realisierte ich, bereits in eine völlig andere Welt angekommen zu sein. Ich freute mich sehr, dass die Schule mir diese Chance gegeben hat, bei einer österreichischen Familie wohnen  und somit mich in das wirklich einheimische Leben eintauchen zu können.

 

Meine Gastgeberfamilie wohnt in einer kleine Stadt in Österreich. Hier kennt jeder jeden, daher, egal ob du ausgegangen bist oder irgendetwas angestellt hast, nichts bleibt geheim. Österreich ist nicht weit entfernt von Deutschland, und die Menschen hier sind auch dem Bier nicht abgeneigt. Doch als Hauptgetränke gilt doch nicht das Bier, sonder der Rotwein. Ob nach einer Mahlzeit oder wenn ein Besuch da ist, ein Gläschen Rotwein gibt es bei Familie Gradischar immer. Ich weiß noch, was Mama mir am ersten Tag gesagt hat:“ Das ist unser Zuhause. Wir sind eine Familie. Du bist hier herzlich willkommen!“

 

Unsere Familie war nun mit mir insgesamt zu fünft. Katharina und Hanna. Katharina ist meine Austauschschülerin in Österreich. Die ganze Familie war nett zu mir und ist sehr herzlich. Das erste, was ich nach der Ankunft gemacht habe, war, mich mit der Hilfe von Mama mit dem Leben hier vertraut zu machen: wie der Lebensrythmus in der Familie ist, wie man Mülltrennung macht, was für Tischmanier es bei ihnen gibt, wie man mit dem Besteck richtig umgeht. Ich fragte sie jeden Tag bevor ich ins Bett ging, wann sie am nächsten Tag aufstünden und ob sie auch frühstücken.

 

Um viertel nach sech aufstehen, um viertel nach sieben mit Katharina zusammen in die Schule zu gehen. Sie haben ausreichende Freizeit und verbringen jeden Tag sehr abwechselungsreich. Außerdem sind sie sehr pünktlich. Das Leben ist genau geregelt, wann man aufzustehen hat, wann man was zu erledigen hat. Alles hat sein Plan. Das ist auch etwas, was mich sehr berührt hat. Müll wird insgesamt in vier Sorten getrennt. Jeder Müllkübel wurde genau gekenntzeichnet, damit man genau weiß, wo man was hinein wirft.

    

Meine Gastgeberfamilie interessiert sich sehr für die Geschichte und China, sonst noch andere fachlichen Dingen. Sie können manchmal wegen unterschiedlichen Meinungen sehr lange diskutieren. Das werden wir Chinesen als sehr mühsam auffassen, doch das zeigt auch, dass die Europäer sehr genau sind. Anderseits sind die Österreicher sehr warmherzig und hilfsbereit. Egal was für Frage du hast, eine Antwort bekommst du immer. Sie freuen sich sogar, wenn sie helfen dürfen, auche wenn sie einem gar nicht kennt.

 

Am Wochenende hatten wir meinstens irgendein gemeinsames Programm mit der Familie: wandern gehen, Spiele spielen usw. Meine Mama von der Gastgeberfamilie ging jeden Tag mit dem Hund Tommy um fünf Uhr in der Früh auf den Berg. Das war eine Zeit, an der ich noch tief schlief. Und nach dem Abendessen gab es noch einmal einen Spaziergang mit dem Hund, egal ob es regnete oder nicht. Für ihre Ausdauer und Konsequenz bewundere ich Mama. In meiner Gastgeberfamilie wurde der Familiesinn ausgelebt. Egal wie streng sie es mit der Arbeit hatten, Zeit für Familie nahmen Papa und Mama immer. Sollte es wirklich einmal aus zeitlichen Gründen nicht klappen, so entschuldigten sie sich sogar!

 

 Und auch für ihre Partnerschaft nahmen sie sich Zeit.  Zusammen ein Gläschen Rotwein in der Stube nach dem Abendessen trinken, zusammen auf dem Couch ein Krimi im Fernseh anschauen oder einfach nur Bücher lesen. Es herrschte immer eine romantische und warme Stimmung in diesem Haus. Machmal setzte ich mich einfach zu ihnen und ließ mich auch von dieser guten Atmosphärel tragen.

 

Ich versuchte jedentag mit ihnen im Deutschen zu kommunizieren. Wenn es mit dem Wortschatz nicht mehr weitgeht, dann holte ich mein Handy-Übersetzter heraus oder ich fragte sie einfach um Hilfe. Ich genoss es sehr mit ihnen zu plaudern. Ich verbrachte jeden Abend vorallem mit Mama plaudernd in der Stube. Wir sprachen über meine Familie in China, über die Stadt Nanjing, von wo ich herkomme...

 

Wir hatten jeden Tag Programm und waren viel auf dem Weg. Wenn ich nach Hause kam, dann sprach ich mit Mama, was wir an dem Tag so erlebt hatten. Mama ist eine sehr ordentliche Frau. Bei ihr zu Hause war immer sehr sauber aufgeräumt. Man suchte vergebens nach Staub. Manchmal gingen wir auch andere Familie besuchen. Wir waren auch bei den Mitschülerinnen von Katharina zu Hause. Sie alle waren sehr nett, respektierten meine Wünsche und gingen mit mir aus.

    

In Österreich scheint das Essen etwas eintöniger als in China zu sein. Bei meiner Gastgeberfamilie gab es zum Frühstück hauptsächlich nur Brot, Schinken, Marmelade, Kaffee, Milch, Eier, Omlette usw. Das Mittagsessen fiel sehr spatanisch aus: nur Brot. Das Brot ist hart und für mich etwas ungewohnt. Doch es gab etwas, was mich sehr entgegen kommt:Sie essen alle gerne chinesisches Essen. Und sie kochten jedesmal eigens für mich chinesischen Reis. Das berührte mich sehr. Papa und Mama fragten mich auch am Esstisch über das Leben in China. Ich freute mich jedesmal über ihr Interesse und beantwortete alles so gut meine Sprachkenntnisse zu ließen. Es gab ab und zu auch heftige Diskussionen seitens Katharina und ihren Eltern, was ich sehr interessant fand. Denn die Meiste bekame ich mit. Es war kein Streit in diesem Sinn-denn es wurde nie laut, sondern beide Parteien versuchten den eigenen Standpunkt zu vertreten und anderen zu überzeugen.  Am Schluss fanden sie immer eine Lösung.

 

Als Nächstens möchte ich über die Festtage in Österreich erzählen. Wir hatten Glück, dass wir genau zur Zeit des Bierfestes und der Kilbi dort waren. Auf das Bierfest wurden wir eines Abends vom Papa mit dem Auto hingebracht. Alle waren festlich eingekleidet und erschienen im Volkstracht. Die Österreicher, die man sonst immer als Zurückhaltende kannten, entpuppten sich auf dem Bierfest als sehr gesellig und lustig. Wir sangen und tanzten, hatten unglaublich viel Spass miteinander. Auf der Kilbi waren sehr viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen zusehen: Österreicher, Schweizer, Deutsche...Das war für uns sehr beeindruckend und einmalig. Ich denke, das Leben in Österreich ist wahrlich nicht so eintönig. Es geht nur darum, ob man bereit ist, sich an das einheimische Leben anpasst. 

 

In den Bussen und im Zug in Österreich gibt es kein Ticketverkäufer. Ob man das Ticket kauft oder schwarz fahren will, ist dem Gewissen des Fahrgasts selber überlassen. Das Einsteigen und Aussteigen des Wagens verlief nach dem zuerst-aus-dann-ein-Prinzip, so ordnungsbewusst wie wenn sie das vorher miteinander verabredet hätten. Auf der Fahrbahn herrschte auch kein Chaos. Es passierte immer wieder, dass man dem Gegnerverkehrsteilnehmer die Vorrang überließ. Als Fussgänger ist man hier sicher, denn die Autos warten auf dich. Warum ich an dieser Stelle dem Verkehr so viel Aufmerksamkeit schenke, ist , weil die Verkehrssituation meines Achtens das beste Barometer dafür ist, zum ermessen, wie es in einer Gesellschaft zwischenmenschlich funktioniert.

 

Ausserdem ist es mir auch aufgefallen, dass Papa und Mama mich jeden Tag nach meiner Befindung fragt: Wie war der Tag heute? Was habt ihr wieder unternommen? Wie hast du dich dabei empfunden, war es anstrengend? Ich fühlte mich als Person von ihnen sehr wichtig genommen  und das faszinierte mich sehr!

 

Die 10 Tage in Österreich hat mich sehr geprägt. Ich bin um viele Erkenntnisse reicher geworden. Wie die Menschen hier leben und wie sie denken, all das hat mich auch sehr beeinflusst. Das ist ein Leben, das ich auch gerne führen würde. Natürlich will ich hier damit nicht sagen, dass ich mit meinem jetztigen Leben nicht zufrieden bin. Nein, meine eigene Familie und mein Leben hier in China sind auch in Ordnung. Doch ich habe mitbekommen, wie man das Leben auch anders gestalten kann.

Diese Freundlichkeit, Fröhlichkeit in Österreich! Wie oft habe ich erleben dürfen: man begegnet einen wildfremden Mensch auf der Strasse, lächeln, „Guten Tag“ sagen, erst dann vorbeigehen!

Das, was ich aus Österreich mit nach Hause genommen habe, werde ich versuchen, auch in mein chinesisches Leben einzusetzen. Ich kann zwar meine Umgebung nicht ändern, aber mich selbst schon.

 

Es war für mich schwer, Abschied von meinen österreichischen Papa und Mama und allen der Freunden zu nehmen. Diese tiefe Verbundenheit mit ihnen wird immer in meinem Herzen bleiben. Sie wird auch der Motor für mich sein, um mich weiter zu verbessern. Vielen Dank an Mutter, Vater, Hanna, Katharina für ihre Betreuung an den unvergesslichen 10 Tagen!

 

Als Schüler können wir uns selber fragen, wie wir uns in verschiedenen Situationen benehmen. Was machen wir, wenn wir mit unseren Eltern einen Streit haben? Uns gegenseitig anschreien oder versuchen die Meinung des Gegenübers  auch zu respektieren? Werden wir zu einem fremden Mensch „Hallo“ sagen? Wie verhalten wir uns, wenn wie um Hilfe gebetten werden? Werden wir beim Autofahren auch auf die Fussgänger Acht geben? So weit und so fort. Das sind all die Fragen, die wir uns selber stellen können.

 

Mein Dank gilt auch für unsere Schule, die mir die Gelegenheit geboten hat, eine so besondere Reise zu machen. Es gibt Sprichwort: „Zehntausend Meilen bereisen zu haben ist viel benützlicher als zehntausend Rollen von Bücher gelesen zu haben.“ Ich muss gestehen, dass ich in meinem bescheiden Leben bisjetzt noch zu zehntausend Rollen Bücher gekommen bin, doch die Reise nach Österreich hat tatsächlich mehr als zehntausend Meilen gemessen. Und ich habe wirklich viel fürs Leben dazu gelernt. Ich habe die Freude am Reisen entdeckt und die Erfahrung über das Leben in Österreich gemacht. Um nichts auf der Welt möchte ich diese Reise missen. Vor der Reise machte ich mir noch viel Sorge um meine Sprachkenntnisse, doch in Österreich habe ich festgestellt, das Selbstvertrauen war das Um–und- Auf. Im Moment bin ich beim Deutschlernen sehr motiviert. Mein nächstes Ziel ist das B1-Zertifikat.

 

Vielen Dank, liebe MitschülerInnen für das Zuhören! Ich hoffe, dass mein Vortrag euch gefallen hat und euch auch etwas gebracht hat. Vielen Dank!

 

 

Schüleraustausch mit jungen Chinesen

Von Samstag, 4. bis Montag, 13. Oktober 2014 fand am BG Dornbirn ein Austausch im Rahmen des Wahlpflichtfachs Chinesisch, das am BG Dornbirn ab der sechsten Klasse angeboten wird, statt.

 

 

Lesen Sie den Zeitungsbericht von Laurence Feider ...

 

Bilder zum Chinaaustausch finden Sie in der Galerie ...

 

Ein Bericht über den Austausch mit chinesischen SchülerInnen

von Ye Qiaoshan

Wie schön, dass das herbstliche Wetter gleich zu Beginn des Oktobermonats seine schönste Seite gezeigt hat! Denn genau dort sind unsere AustauschschülerInnen aus China zu uns auf Besuch gekommen.

 

Das war das erste Mal, dass wir SchülerInnen aus Fernosten am BG Dornbirn als Gäste hatten. Darauf haben wir uns schon sehr gefreut. Wie werden die chinesischen Jugendlichen sein? Wird es ihnen bei uns gefallen? Was könnenn wir ihnen zu Essen anbieten? ... Mit großer Spannung wurden die SchülerInnen aus China erwartet.

 

Am Samstag, den 4. Oktober 2014 in der Früh holten einige unserer Eltern die Delegation aus Nanjing, bestehend aus neun Schülern und ihrer Begleitlehrerin Frau Liu, vom Zürcher Flughafen ab. Nachdem die Gäste sich eine kurze Verschnaufpause  gegönnt hatten, trafen wir uns alle beim China-Restaurant von Lisa Hus Mama in Lustenau zum Mittagessen. Die Begegnung war zunächst vorsichtig, zögernd, erforschend, doch dann, kurze Zeit später sind wir zusammengesessen und haben geplaudert und gelacht. Gesprochen wurde Englisch, Deutsch und Chinesisch- mit oder ohne Hilfe von iPhone.

 

Noch am Mittagstisch wurde Platz für zwanzig Personen im Cáfe C in Dornbirn reserviert - für einen gemeinsamen Ausgang noch am selben Abend. Doch geschafft hatten diesen Termin nur wenige von uns. Die Reise nach Österreich war sehr strapaziös und hat unsere chinesischen Freunden sehr mitgenommen.

 

Der nächste Tag war ein sogenannter Kennenlernen-Tag. Alle Gastgeberfamilien trafen sich mit ihren Besuchern im Brengzerwald zu einer gemeinsamen Bähnlefahrt mit einer anschließenden gemütlichen Wanderung am Sonderdach.

 

Für die darauffolgenden Tage wurde ein dicht gedrängtes Programm zusammengestellt: ein Besuch im Landhaus und der Landesbibliothek, Sightseeing in der Landeshauptstadt Bregenz, die Besichtigung der Schattenburg und des Rathauses in der mittelalterlichen Stadt Feldkirch, sowie ein Abstecher in den Mini-Staat Fürstentum Liechtenstein gehören zum Muss-Programm. Bei der Betriebsführung der Firma Erinnerungsdiamanten Algrodanza bei Chur und der Chocolaterie Fenkart in Hohenems lernten die SchülerInnen aus dem Reich der Mitte die für sie ungewohnten Metiers kennen. Der Besuch auf dem Golm war das absolute Highlight. Herrliches Herbstwetter und eine traumhafte Alpenkulisse machten den Ausflug im Waldseilpark und die Fahrt mit Alpin Coaster zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

Offiziell beendet wurde das Austauschprogramm am Samstag, den 11. Oktober im Festsaal der Schule. Für die Stimmung haben die erstklassigen Musiker gesorgt und für die kulinarische Verpflegung wir und unsere Eltern mit selbstgemachten Leckereien. Am 13. Oktober traten unsere Freunde aus China ihre Heimreise an. Der Abschied fiel uns nicht schwer, da unser Gegenbesuch schon ein paar Tage später, d.h. in den Herbstferien, erfolgen wird.

 

Wir glauben, dass es unseren chinesischen AustauschschülerInnen bei uns gut gefallen hat. Was uns persönlich angeht, müssen wir zugeben, dass wir am Ende des Austauschs von dem Terminstress jeden Tag schon sehr ausgelaugt waren: Wann und wo muss man sie hin bringen, wann und wo muss man sie abholen? Das ist leider das Dilemma eines  Austauschs: man möchte den Gästen in einem relativ kurzen Zeitraum doch möglichst viel zeigen. Wie wird es wohl unseren chinesischen Austauschpartnern ergehen, wenn wir bei ihnen sind?

 

Insgesamt war der Austausch für uns als Gastgeber eine sehr lehrreiche und positive Erfahrung. Dass Dingen wie z.B. das Butterbrot schmieren, das Essen mit dem Besteck, die für uns am alltäglichsten sind, für die chinesischen Jugendlichen jedoch eine grosse Herausforderung bedeutet, hätten wir zuvor nie gedacht. Das zeigt aber auch, wie groß der Unterschied zwischen der österreichischen und chinesischen Kultur ist.

 

Durch unsere sympathischen, lebenslustigen Austauschpartner sind wir jetzt noch neugieriger auf die Millionenstadt Nanjing geworden. Das Gefühl, dass dort unsere Freunde auf uns warten, beflügelt unsere Erkundungslust und Neugierde. Wir fiebern buchstäblich jetzt schon unserer Chinareise entgegen.

 

Am Schluss dürfen wir nicht vergessen, uns bei unseren Sponsoren zu bedanken. Das sind: die Stadt Dornbirn, die Illwerke AG Vorarlberg, das Verkehrsamt Vorarlberg, die Firma Algrodanza  und natürlich unser Hauptsponsor die Bank für Tirol und Vorarlberg. Ohne ihre Unterstützungen wäre unser Austausch nicht machbar gewesen. Ein herzliches „Danke –Schön“!