Armenien

 

Eine einzigartige Partnerschaft verbindet das BG Dornbirn mit dem Gymnasium Nr. 3 in Gyumri in Armenien seit 2009. Gemeinsame Projekte, Fundraising und der jährliche Schüleraustausch bilden den Kern dieser internationalen Schulpartnerschaft.

 

Auf dem gemeinsamen Blog wird der Austausch von Weltsichten und Alltagsgeschichten dokumentiert.

Blog: http://dornbirngyumri.wordpress.com/

 

Projektkonzept: Download als pdf (500 kB)

 

 

Armenienaustausch 2018

21.5.18. bis 28.5.18

 

Menk shat urax enk! - Wir sind glücklich!

 

Simone Klien, Sanna-Mae Freuis, Elias Braun, Aurel Drexel, 7b und Nare Melkonyan

 

Einhellige Meinung der SchülerInnen:

Das war eines der beeindruckendsten Ereignisse in unserem Leben. Wir hätten nicht gedacht, dass sich in so kurzer Zeit so tolle Freundschaften bilden können, dass junge Menschen aus zwei fernen Ländern in ihrem Charakter doch sehr ähnlich sind und sich für dieselben Themen interessieren. Durch die Gespräche und die Aktionen mit den armenischen Schülerinnen haben wir eine andere Kultur kennengelernt, unser Blickfeld erweitert und uns persönlich enorm weiterentwickelt. Dieses Projekt wird unvergesslich für uns bleiben! Dafür möchten wir uns bei allen Mitwirkenden bedanken.

 

Montag:

Nichts war in der Schule los, als wir uns am Pfingstmontag um 09:00 Uhr trafen, um noch Geschenke in extra mitgebrachte Koffer einzuladen und anschließend mit Frau Professor Schmölz sowie ihrer Mutter und Tochter Larissa (an dieser Stelle ein Dank an die beiden) nach Zürich zum Flughafen fuhren. Von dort flogen wir nach Kiew, da es keine Direktverbindung nach Yerevan gab. Inklusive Zeitverschiebung fand die Ankunft in Armenien kurz vor Mitternacht statt. Wenig später trafen wir uns nicht nur wieder mit den Gastgeschwistern, die alle mit nach Yerevan gekommen waren, sondern machten auch eine erste Bekanntschaft mit den armenischen Straßen. Halb vier war es, als der Tag schließlich vorbei war und die erste Nacht in Armenien begann.

 

Dienstag:

In der Schule sahen wir uns nicht nur zum ersten Mal wieder bei Tageslicht, sondern lernten auch Anna, die beim allerersten Austausch dabei war und nun selbst Deutschlehrerin ist, und andere armenische SchülerInnen kennen. Von dort ging es gemeinsam in die Stadt, wo wir mit dem Hauptplatz, an dem sich das Rathaus befindet, zwar zuerst die schönen Seiten, kurz darauf aber auch viele zerfallene Häuser und holprige Straßen zu sehen bekamen. Eine Karussellfahrt, das Riesenrad und das Mittagessen im Yaghli House, sowie ein kurzer Stopp in den Familien, was zur Geschenkübergabe und zur Schlafnachholung genutzt wurde, verkürzte die Zeit bis zum Abendessen in einem riesigen Fischrestaurant, in dem es frisch gefangenen Fisch gab, der sehr gut schmeckte. Nach dem unterhaltsamen Abendessen fand der Tag seinen Ausklang in einer Karaokebar, wo ein armenischer Schüler mit seiner Gesangsleistung beeindruckte.

 

Mittwoch:

Am Mittwoch startete unser Programm um 10:00 Uhr mit dem Empfang beim Direktor des Gymnasiums Nr. 3. Bereits gewohnt, dass wir weder die Schrift lesen noch die Sprache verstehen konnten, lauschten wir gespannt der Übersetzung von Lusine. Bei unserem anschließenden Besuch in „Emils kleiner Sonne“, der Caritas-Tagesheimstätte für behinderte Kinder, wurde uns, nach der Übergabe einer Spende von Aurel in Vertretung seiner Oma, das Gebäude gezeigt und schon ging es weiter ins  Photon Gymnasiums, dessen Direktor uns ebenfalls herzlich empfing.

Nach Bowling und Pizza essen machten wir uns dann auf den Weg zum Vahramaberd Kloster, bei dem wir nach einer halben Stunde rumpliger Fahrt ankamen. Das schöne Gebäude, die teilweise zerfallenen Mauern und die Umgebung wurden für ein Fotoshooting genutzt. Nachdem uns eine armenische Frau in der Kirche etwas vorgesungen hatte, ging es wieder zurück nach Gyumri, wo wir alle gemeinsam zuerst Tee trinken und dann in einem georgischen Restaurant Abendessen gingen. Zum Ausklang eines weiteren unvergesslichen Tages spazierten wir mit unseren Gastgeschwistern durch Gyumri und anschließend nach Hause.

 

Donnerstag:

Am Donnerstag ging es eine Dreiviertelstunde lang auf über 2000m zum Klosters Harich. Die Lage des Gebäudes im Gebirge und die besondere Architektur wurden von allen für eine Kletterpartie genutzt. Anschließend fuhren wir per Kleinbus in Richtung der nächsten Attraktion, von der wir auch nicht enttäuscht wurden. Nachdem die Fahrt noch zum Eis-Essen (Danke Arshak für die Einladung) und „Vo Mello bis ge Schoppernou"-Singen genutzt worden war, wartete nämlich der Lochstein darauf, dreimal durchklettert bzw. durchrutscht zu werden, was der Legende nach Glück bringen soll.

 

Zurück in Gyumri wurden einige Armenier, denen es finanziell sehr schlecht geht, mit Lebensmittelrationen versorgt. Der Besuch in ihren sehr ärmlichen Behausungen war ein beeindruckendes und vor allem schockierendes Erlebnis. Mit etwas freier Zeit ausgestattet, traf man sich anschließend zum Kartoffeltaschenessen und die Mädchen gingen auf die Suche nach Maturaballkleidern, die an diesem Tag allerdings erfolglos verlief.

 

Am Abend stand das Kochen typischer Gerichte der beiden Länder auf dem Programm. Dazu wurde das Jugendhaus „Loft“ für drei Stunden angemietet, in dem durch die vielen musikalisch talentierten armenischen SchülerInnen auch für gute Unterhaltung gesorgt wurde. Krönender Abschluss war dann ein Partykellerraum inklusive DJ, welcher nicht schlecht staunte, als Avetis plötzlich sein Saxophon auspackte und mit extremer Klasse zu seinem Mix improvisierte. Kurz nach Mitternacht verabschiedete man sich für den Tag und ging zurück zu den Gastfamilien.

 

Freitag:

Wir trafen uns um 10:30, um auf dem Markt und in dessen Umgebung einzukaufen. Die darauffolgende Besprechungszeit in der Schule wurde von je zwei Schülern aus beiden Ländern für ein Fußballturnier genutzt. Vor dem plötzlich einsetzenden Regen flohen wir ins Museum von Gyumri, welches die bewegte Geschichte der Stadt erzählt.

 

Nach dem Mittagessen besichtigten wir zuerst die schwarze Burg, eine ehemalige russische Befestigungsanlage, die heutzutage unter anderem für Konzerte verwendet wird, und anschließend die monumentale Statue „Mutter Armenien". Danach war bereits die Zeit für das Abendessen gekommen, welches wir, begleitet von einem kurzen Feedback, im Restaurant Faeton einnahmen.

 

Samstag:

Wir konnten und wollten nicht glauben, dass am Samstagmorgen die Zeit in Gyumri bereits vorbei war. Dennoch, es half nichts, wir mussten uns bereits von einem Großteil der Gastgeschwister verabschieden, da aufgrund der Prüfungszeit in Armenien nur zwei nach Yerevan mitkommen konnten. So fuhren wir in Richtung Hauptstadt, nicht ohne jedoch unterwegs die schöne Landschaft Armeniens kennenzulernen. Der erste Halt fand bei einem Genoziddenkmal in den Bergen statt, wo die Armenier im ersten Weltkrieg von den Türken über eine Klippe und so in den Tod getrieben wurden. Ein zweiter Stopp wurde am Sevansee gemacht, der fast die halbe Fläche Vorarlbergs und zu dieser Jahreszeit, neben einem schönen Kloster und vielen Touristen, ein prachtvolles Blumenmeer aufweist. Die Location für ein Picknick nutzend verbrachten wir annähernd zweieinhalb Stunden dort, ehe wir zum eigentlichen Tagesziel, Yerevan, aufbrachen. Im Hostel angekommen hielten uns dann vor allem sintflutartige Regenschauer, die die ganze Straße unter Wasser setzten, vom Stadtbummel ab und so kamen wir etwas verspätet ins Stadtzentrum, wo wir noch ein paar Souvenirs kaufen konnten. Anschließend trafen wir uns mit dem Österreicher Moritz Lenglachner, Lektor und Verantwortlicher für die österreichische Bibliothek der Universität Yerevan, der uns in ein besonderes Lokal abseits der Touristenpfade führte.

 

Sonntag und Montag:

Um 09:00 standen wir zum letzten Mal in Armenien auf. Nicht ganz ausgeschlafen erwartete uns ein Monsterprogramm, das wir allerdings sehr genossen. Nachdem uns der über 5000m hohe Ararat begrüßt hatte, erhielten wir im Genozidmuseum eine sehr interessante Führung über die Vertreibung und Ermordung von über 1,5 Millionen Armeniern, worüber man im Unterricht, trotz seiner Bedeutung, leider recht wenig erfährt. Anschließend wurden wir von Frau Ikilikyans Tochter und ihrem Mann zu ihnen nach Hause eingeladen, wo wir mit Pizza und Karaoke erfreut wurden. An die holprigen Straßen inzwischen längst gewöhnt, besuchten wir am Nachmittag das Kloster Geghard und den Tempel Garni.

 

Zum Abendessen trafen wir uns mit Moritz in einem syrisch-armenischen Lokal, in dem er uns viele Köstlichkeiten quer durch die Karte bestellte. Um die Stadt von oben zu sehen, statteten wir noch den Kaskaden, einem über 100m hohen Bauwerk, einen Besuch ab. Um 2:00 Uhr holte uns dann der Bus vom Hostel ab und brachte uns zum Flughafen, wo der emotionale Abschied von den Armeniern stattfand.

 

Kurz vor sechs ging dann bei Sonnenaufgang unser Flug, der uns wieder über Kiew nach Zürich führte, von wo uns Simones Vater und Larissa dankenswerterweise nach Hause brachten.

 

Alles in allem war es ein unvergessliches Erlebnis in einem wunderbaren Land, mit großartigen, herzlichen und äußerst gastfreundlichen Menschen, für das wir uns in erster Linie bei Frau Professor Schmölz und Lusine Ikilikyan bedanken möchten, die es Jahr für Jahr ermöglichen. Ein weiteres Dankeschön geht an unseren alljährlichen Sponsor der VKW Illwerke AG. Damit der Austausch auch in Zukunft Bestand haben kann, hoffen wir darauf, dass sich auch nächstes Jahr wieder einige motivierte SchülerInnen finden werden.

 

Programm

 

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie ...

„Barheev“ in Armenien

Unsere Armenien Gruppe, bestehend aus fünf SchülerInnen und Frau Prof. Schmölz, verbrachte eine lehrreiche und wunderschöne Woche vom 24.04. bis zum 02.05.2016 in Armenien. Das Abenteuer begann um halb fünf vor dem BG Dornbirn. Von dort chauffierte uns dankenswerterweise Herr Schmölz zum Flughafen Zürich, wo wir nur fünf Minuten zum Ausladen des Gepäcks hatten. Nachdem wir diese Hürde gemeistert hatten, schafften wir es ohne Probleme nach Wien, um von dort nach Yerevan, der armenischen Hauptstadt, weiterzufliegen. Nach vier anstrengenden, großteils schlaflosen Flugstunden empfingen uns mehrere armenische Schülerinnen und der Busfahrer um vier Uhr morgens mit Plakaten und Luftballons sehr herzlich. Darauf folgte eine zweieinhalb stündige Fahrt nach Gyumri in einem Kleinbus, auf der wir aufgrund der speziellen Straßenverhältnisse reichlich hin und her geschüttelt wurden und keinen Schlaf fanden. Zudem schreckten wir immer wieder auf, um uns anzuschnallen, und unsere übermüdeten Gehirne brauchten ihre Zeit, bis sie verstanden, dass man dies hier nicht zu tun brauchte. Deswegen kam uns die Zeit zum Ausruhen am Morgen in den Gastfamilien sehr gelegen.

 

Gegen Mittag am ersten Tag trafen wir uns dann im Gymnasium Nummer 3 in Gyumri. Sogleich wurden wir herumgeführt und lernten die Schule von innen kennen. Wir waren sehr erschrocken über den Zustand der Turnhalle, die nur notdürftig eingerichtet war und kurz vor dem Zerfall stand. Nach einer Präsentation zweier Schülerinnen und einem kurzen Abstecher beim Direktor verließen wir die Schule wieder und brachen auf zu einem Spaziergang durch die Stadt. Die österreichischen und armenischen SchülerInnen schlenderten gemeinsam mit der armenischen Lehrerin Lusine Ikilikyan und Frau Prof. Schmölz über den Markt, auf dem von Schweinsköpfen bis zu lebendigen Fischen alles zu finden war, und besichtigten eine Kirche. Unsere Erkundungstour endete in einem kleinen Café, wo wir typisch armenische Süßspeisen probierten. Danach hatten wir etwas Zeit, die wir mit unseren Gastschwestern verbringen konnten, bevor es auch schon in Richtung Fischrestaurant weiterging, wo wir frischzubereiteten Fisch probieren konnten und uns gezeigt wurde, wie man Lavash, ein typisch armenisches Fladenbrot, traditionell zubereitet. Als wir später gegen 10 Uhr wieder zurück nach Gyumri fuhren, fiel es manchen schon schwer, die Augen noch offen zu halten und so sanken wir bei den Gastfamilien dann nur noch in unser Bett.

 

Denn am nächsten Tag ging es schon früh los. Wir fuhren zum Kloster Haritschawank, welches im 7. Jahrhundert erbaut wurde und dessen Architektur uns sehr beeindruckte. Noch heute leben in einem Teil davon auszubildende Mönche und einer von ihnen führte uns freundlicherweise herum, so dass wir Informationen aus erster Hand erhielten. Zudem konnten wir die wunderschöne Aussicht über ein Tal genießen.  Danach kutschierte uns der Bus wieder zurück nach Gyumri, wo wir den Bürgermeister in einem riesigen, prunkvoll ausgestatteten Rathaus besuchten. Dieser zeigte sich sehr erfreut über unsere Schulpartnerschaft, weshalb er auf ein Weiterbestehen hoffe. Unser Programm führte uns zu einem weiteren Kloster, welches sehr schön an einem Fluss gelegen ist. Schon dort bekamen wir erste Einblicke in armenische Tänze, welche Arshak, ein armenischer Tänzer und Freund von Frau Ikilikyan, uns über die Woche verteilt beibringen wollte. Nach einer Vertiefung der Tanzkünste in der Schule ging es weiter in ein Bowlingrestaurant, in dem wir mehr oder weniger erfolgreich bowlten und unsere erste armenische Pizza probierten. Der Abend wurde mit weiteren Tänzen abgerundet.

 

Am Mittwochmorgen war der Treffpunkt in „Emils kleiner Sonne" angesetzt. In diesem von Österreichern entworfenen und geplanten Tageszentrum werden Kinder mit Behinderung liebevoll betreut und gefördert. Nach dem gemeinsamen Kochen armenischer Spezialitäten in einer Familie fuhren wir zu einer Kirche, neben der der Lochstein gelegen war. Uns wurde erklärt, dass man für lebenslanges Glück drei Mal um die Kirche laufen und für die Erfüllung eines Wunsches drei Mal durch den Lochstein klettern solle. Für einen unserer Schüler wurde das Glück jedoch zum Unglück, denn beim Versuch, den Lochstein zu durchkletterten, gab dessen Handy nach einigen Kratzern zu viel den Geist auf. Doch die besten Handyreparateure in ganz Gyumri brachten es wieder zum Laufen. Gegen Abend wurden wir von Arshak noch zu einer Tanzveranstaltung eingeladen, die in einem großen Theater stattfand und bei der die besten Tanzgruppen aus Armenien und den Nachbarländern ihr Können darboten. Vor allem die Volkstänze waren sehr interessant und schön. Die größte Unterstützung unsererseits erhielt natürlich Arshak, der mit seiner Gruppe ebenfalls teilnahm. Mit einem Restaurantbesuch ließen wir den Abend ausklingen.

 

Mit dem Donnerstag brach für uns der letzte Tag in Gyumri an. Dieser begann mit einer Einkaufstour über den traditionell Bazar genannten Markt und einem kurzen Schulbesuch. Danach ging es weiter zu einem Museum des armenischen Malers Minas Avetisyan. Zu Abend aßen wir in einem sehr leckeren Restaurant in Gyumri und brachten uns gegenseitig Sprichwörter und Zungenbrecher bei.

 

Am nächsten Tag hieß es Koffer packen für die österreichischen SchülerInnen und deren Gastgeschwister, die nun gemeinsam nach Yerevan weiterfahren würden. Wir mussten uns also leider schon viel zu früh von unseren Gastfamilien verabschieden, die uns fünf Tage lang mit viel, viel Essen und mindestens doppelt so viel Herzlichkeit beschenkt hatten. Wir möchten ihnen allen sehr für die großzügige Gastfreundschaft, die wir vom ersten Tag an gespürt haben, danken! Auch von Gyumri selbst fiel uns der Abschied schwer. Und so schworen wir uns zum wiederholten Male, unbedingt wiederzukommen.

 

Von der knapp zweistündigen Fahrt mit unserem Bus vom Treffpunkt vor dem Gymnasium in Gyumri bis zu unserem nächsten Stopp knapp vor Yerevan blieben uns neben der Landschaft und den außer-gewöhnlichen Straßenverhältnissen vor allem zwei Dinge im Gedächtnis. Zum einen der Blick auf den beeindruckenden 5137 Meter hohen Vulkan Ararat, an dem, wie wir sogleich erfuhren, die Arche Noah einst gestrandet sein soll und den die Armenier deshalb „Mutter der Erde" nennen und als Na-tionalsymbol bezeichnen, obwohl er mittlerweile auf türkischem Staatsgebiet liegt. Und zum anderen ein ausgeklügeltes System im Bus, dass den Fahrer mittels Pieps-Geräuschen vor Polizeikontrollen warnte. Nach einem weiteren Klosterbesuch sahen wir uns noch das Genozid-Denkmal und das dazugehörige Museum an, welches uns sehr berührte. Später stärkten wir uns in einer Art Baumhaus-Restaurant, bevor wir in Yerevan selbst hinein fuhren.

 

Schon zuvor war uns der große Unterschied zwischen Gyumri und Yerevan prophezeit worden, nun aber sahen wir mit eigenen Augen, wie verschieden ein Land sein konnte. Nach einem kurzen Abstecher in unser Hostel „Envoy", wo wir unser Gepäck abluden, liefen wir an teils sehr teuren Geschäften vorbei in das „Old Erivan", in dem auf mehreren Stockwerken unter anderem ein Club, eine Karaoke-Bar und mehrere Restaurants untergebracht waren. Wir genossen zuerst den schönen Ausblick aus dem Restaurant im 6. Stock und gingen dann ein Stockwerk hinunter, um Karaoke zu singen. Später tanzten wir noch ausgiebig oder ließen einfach die Eindrücke der großen Stadt auf uns wirken. Als wir schließlich erschöpft und glücklich aus dem Gebäude traten, setzten wir uns noch mit einem leckeren armenischen Eis zu einem Brunnen und machten dann einen nächtlichen Spaziergang durch die Stadt zu unserem Hostel, wo wir müde in unsere Betten fielen.

 

Der nächste Tag bildete der Abschluss in Armenien. Und weil wir noch so viel wie möglich erleben wollten, war unser Programm dementsprechend dicht gepackt. Früh am Morgen holte uns der Bus ab und wir machten uns auf in Richtung eines Klosters und einem schöngelegenen Tempel in den Hügeln weit vor Yerevan. Danach besichtigten wir den Sevansee, der aufgrund seiner wunderbaren Lage das Hauptreiseziel der Armenier selbst sei.

 

Nach den interessanten Ausflügen wurden wir direkt in Yerevan vor dem „Grand Candy"- Shop abgeladen, in dem es fast alles gab, was das Herz einer Naschkatze begehrte. Mit einer leckeren Mahlzeit später im Bauch genossen wir den nächtlichen Ausblick über die leuchtende Stadt von einem erhöhten Plateau, das wir über unzählige Stufen erreichten. Zuletzt genossen wir ein Getränk in einem Café, bevor wir auch schon zum Flughafen aufbrechen mussten. Der Abschied forderte einige Tränen und traurige Gesichter, denn dieses Land und vor allem die Leute, die darin lebten, waren uns ganz besonders ans Herz gewachsen. Nach einigen Umarmungen gaben wir uns alle das Versprechen, uns auf jeden Fall wiederzusehen. Schweren Herzens und doch erfüllt von Wärme diese Landes stiegen wir um ca. 5 Uhr in der Nacht in unseren Flieger, der uns wieder in die Heimat brachte.

 

Wir alle möchten uns bei Frau Prof. Schmölz und Frau Prof. Ikilikyan für die Organisation dieser einmaligen Reise sowie bei allen anderen Sponsoren und Unterstützern unseres Projektes recht herzlich bedanken!

Deutsch-Sprachreise nach Dornbirn

Bereits das dritte Mal besuchten uns fünf armenische Gastschülerinnen mit ihrer Deutschlehrerin Lusine Ikilikyan in Dornbirn. Wie immer war der reservierte Termin dafür die Woche rund um den 1. Mai, dieses Mal vom 29. April bis zum 5. Mai 2015.

 

Armine Karapetyan, eine der armenischen Gastschülerinnen, zog folgendes Resümee nach einer Woche Austausch:

Wir verbrachten nur eine Woche in Österreich. Es stimmt, das ist wenig Zeit. Aber wir hatten großen Spaß! Es war eine wichtige Phase in meinem Leben. Ich konnte mit ausländischen Kindern kommunizieren. Besonders schön war es, neue Freunde und eine neue Kultur kennenzulernen. Es war sehr interessant für mich, wie die Ausbildung in Österreich ist. Wir konnten den Unterricht besuchen. Mir ist aufgefallen, dass sie alles mit Recht und Ordnung tun. Besonders schön war die Natur in Österreich. Die Stadt Dornbirn war auch sehr schön. Super war, dass wir nach München fahren konnten. Der Gesamteindruck war super. Ich bin mit dieser Reise total zufrieden. Es war die beste Reise in meinem Leben. Ich will mir bei unserer Österreichischen Freunden ganz herzlich für alles bedanken. Und ich hoffe ,dass wir unseren Kontakt aufrechterhalten können!

 

Weiter Infos unter https://dornbirngyumri.wordpress.com/

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